Gesundheitsforum
„Bedeutung wird unterschätzt“

coesfeld. Am Mittwoch (19.9.) um 19 Uhr findet in der FBS Coesfeld (Marienring 27) der erste Vortrag des Gesundheitsforums Coesfeld in der neuen Vortragssaison statt. Der circa zweistündige Vortrag zum Thema „Osteoporose – eine Volkskrankheit“ ist für die Besucher kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Referentin ist Dr. med. Ina Wagner. Die Osteoporose ist durch eine verminderte Knochenmasse und gestörte Knochenarchitektur charakterisiert. Die Gefahr und Komplikation der Osteoporose ist der Knochenbruch und die damit einhergehenden Schmerzen, Leiden sowie Behinderungen. Unter Umständen kann eine Invalidität bleiben. Im Vorfeld des Vortrags führte AZ-Redaktionsmitglied Alexander Bitting ein Interview mit Dr. med. Ina Wagner.

Montag, 17.09.2018, 15:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 15:27 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 15:32 Uhr
Gesundheitsforum: „Bedeutung wird unterschätzt“
Dr. med. Ina Wagner, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Coesfeld. Foto: az

Welche verschiedenen Themenblöcke rund um Osteoporose werden beim Vortragsabend von Ihnen behandelt?

Dr. med. Ina Wagner: „Zunächst werde ich erklären, was genau Osteoporose ist und wie beziehungsweise warum sie bei vielen Menschen entstehen kann. Über die Diagnosestellung komme ich zur Prävention und Therapie der Osteoporose. Leider wird die Bedeutung der Erkrankung immer noch weit unterschätzt und somit nur wenig – aber sehr wichtige – Vorbeugung unternommen.“

Osteoporose ist eine Volkskrankheit, unter der allein sechs Millionen Deutsche leiden. Warum ist die Zahl der Erkrankten so hoch und warum wird nur ein Drittel davon therapiert?

Dr. med. Ina Wagner: „Die Osteoporose gehört laut WHO zu den zehn häufigsten chronischen Erkrankungen unserer Zeit. Doch noch immer wird die Häufigkeit der Erkrankung unterschätzt. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass die Osteoporose eine sogenannte stille Erkrankung ist. Sie entwickelt sich meist langsam und verläuft über viele Jahre äußerlich unauffällig. Oftmals wird die Osteoporose erst diagnostiziert und dann therapiert, wenn schon Frakturen aufgetreten sind.“

Wie merke ich, dass ich unter Osteoporose leide?

Dr. med. Ina Wagner: „Wie schon gesagt, ist die Osteoporose eine stille Erkrankung. Umso wichtiger ist es, das persönliche Risikopotential zu kennen. Man unterscheidet hier unbeeinflussbare Risiken wie die Erbanlagen oder das Geschlecht und beeinflussbare Risiken, die vielleicht zu ändern sind. Darüber hinaus gibt es Erkrankungen oder Medikamente, die mit einem erhöhten Risiko für eine Osteoporose verbunden sind.“

Gibt es spezielle Gründe, dass gerade Frauen über 50 Jahre verhältnismäßig viel von Osteoporose betroffen sind?

Dr. med. Ina Wagner: „Geschlechtshormone spielen für den Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle, da sie ihn vorantreiben. Bei circa über 50-jährigen Frauen führt der durch die Wechseljahre ausgelöste Mangel der Hormone Östrogen und Gestagen zu einer starken Beeinträchtigung des Knochenstoffwechsels. Deshalb leiden 40 Prozent aller Frauen über 50 Jahre an Osteoporose, bei den Männern über 50 Jahre sind es 13 Prozent.“

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