Gesundheitsforum
Gleichgewicht langfristig halten

coesfeld. Im Rahmen des Gesundheitsforums Coesfeld findet in der Familienbildungsstätte am kommenden Mittwoch, 20. März um 19 Uhr ein Vortrag zur Osteopathie statt. Die osteopathische Medizin beinhaltet eine umfassende manuelle, das heißt mit den Händen des Arztes ausgeführte Diagnostik und Therapie eines Patienten. Dabei erkennt man nicht nur Fehlfunktionen am Bewegungsapparat, sondern auch an den inneren Organen sowie des Nervensystems und erkennt die komplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Systemen.

Montag, 18.03.2019, 09:39 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 09:42 Uhr
Gesundheitsforum: Gleichgewicht langfristig halten
Dr. Andreas Nemec ist Facharzt für Osteopathie, Allgemeinmedizin und Homöopathie in Coesfeld. Foto: az

An diesem Abend referiert Dr. Andreas Nemec, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, Homöopathie und Osteopathie.

Im Vorfeld des Vortrages führte AZ-Redaktionsmitglied Alexander Bitting ein Interview mit dem Referenten.

Herr Dr. Nemec, wie wird Ihr Vortrag rund ums Thema Osteopathie aufgebaut sein?

Dr. Andreas Nemec: In meinem Vortrag erkläre ich erst mal anschaulich die wichtigsten Osteopathie-Verfahren. Zudem hat sich für den Abend extra eine Helferin bereiterklärt, dass ich an ihr ein paar Techniken demonstriere. Damit kann man das Thema spannend veranschaulichen.

Was kann die Osteopathie leisten und was unterscheidet diese grundlegend von anderen Behandlungsmethoden?

Dr. Andreas Nemec: Bei der Chirotherapie behandelt man meistens einen blockierten Wirbel oder ein gestörtes Gelenk – meistens so schnell, dass es ‘knackt’. Dies ist aber nicht bei jedem Patienten machbar und auch nicht immer sinnvoll. Bei der Krankengymnastik behandelt man oft nur ein gestörtes Segment, zum Beispiel die Halswirbelsäule oder die Schulter. Diese Techniken können sehr effektiv sein und vielen Patienten bereits helfen. Aber oft erleben wir in unserer täglichen Praxis, dass Patienten über immer wiederkehrende Beschwerden klagen. Hier kann die Osteopathie mit ihren speziellen Techniken oft langfristig Linderung oder gar Heilung ermöglichen.

Sie arbeiten in der Diagnostik und Therapie eines Patienten sehr stark mit Ihren Händen. Worin liegt die Besonderheit dieser Behandlungsform? Was kann eine manuelle Diagnose hervorbringen, das zum Beispiel ein technisches Gerät nur schwer ermitteln könnte?

Dr. Andreas Nemec: Osteopathie ist kurz gesagt ein spezielles Heilverfahren, mit dem man versucht, Störungen und daraus erwachsene Beschwerden im Patienten aufzusuchen. Dabei benutzt man alle Sinne, aber speziell die Hände. Nachdem man den Patienten sehr genau untersucht hat, findet man zum Beispiel einen oder mehrere Spannungspunkte auf der Haut, im Muskel, am Knochen oder in der Tiefe des Bauchraums. Diese Punkte kann man nicht technisch darstellen, dafür braucht es ein schichtweises Herantasten. So wird die Grundstörung aufgespürt, die ganz woanders liegen kann als dort, wo der Patient die Beschwerden angibt. Ziel ist es dabei, dass der Körper selbst sein wiedererlangtes Gleichgewicht langfristig halten kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6479526?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F1402610%2F
Nachrichten-Ticker