„Harry Belafonte Story“ begeistert mit großartiger Musik und Gänsehaut-Momenten
Calypso-König und Bürgerrechtler

Coesfeld. Als einen flammenden Appell, Rassismus und Hass mit Hirn und Herz entgegenzutreten, so lässt sich die aufregende Lebensgeschichte Harry Belafontes zusammenfassen, der als Künstler seine Aufgabe darin sah, die Menschen in ihrem Freiheitskampf zu unterstützen, ohne dabei Freude und Lebenslust aus den Augen zu verlieren. Damit spiegelt „Die Harry Belafonte Story“ bis zu einem gewissen Grad auch die Arbeit der Stiftung „Der blaue Elefant“, einer Initiative des Lions Club wider, die sich für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung einsetzt und diese Geschichte nach Coesfeld geholt hat.

Sonntag, 16.03.2014, 17:30 Uhr aktualisiert: 16.03.2014, 17:44 Uhr

Entlang der Lieder des „King of Calypso“ entfaltet ein hervorragendes sechsköpfiges Ensemble auf der Bühne der fast ausverkauften Bürgerhalle in kleinen Spielszenen den Bilderbogen eines sehr bewegten Lebens. Als Bühnenbild genügen einige vielseitig einsetzbare Elemente und eine Videoleinwand, auf der filmische Rückblicke Belafontes Leben und damit gleichzeitig ein Stück amerikanischer Geschichte Revue passieren lassen.

Ausgangspunkt ist „Charly‘s Bar“, in der Belafonte als Star erkannt wird. Ron Williams verkörpert den Sänger mit viel Empathie. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, trifft in den Liedern, die er voller Temperament („Angelina“), Melancholie („Try to Remember“) und guter Laune („Island in the Sun“) interpretiert, stilsicher Belafontes Ton. Entlang der Lieder erzählt er den Gästen seine Lebensgeschichte, die für Zivilcourage und Eigenverantwortung steht und verändert dabei in seinen Zuhörern, die eher auf die Verliererseite gehören, vom Schicksal gebeutelte sind, so einiges.

Da ist der Rapper Steve (Karsten Kenzel), ohne Job und Perspektive, da ist die Barfrau Angel (Maureen Wyse), die ihren Mann im Irak-Krieg verloren hat, ihren Sohn allein durchbringen muss und von einer Karriere als Sängerin träumt.

Auch der Clubbesitzer Charlie (Gerhard Haase-Hindenberg) und der Barpianist (Thomas E. Killinger, der am Keyboard für eine grandiose musikalische Begleitung sorgt), haben als Vietnam-Veteranen ihr Päckchen zu tragen. Später stößt noch Belafontes Frau Julie (Daniela Kiefer) dazu. Alle spielen ihre Rollen mit großer Überzeugung.

Der Weg führt die kleine Gruppe nach Jamaica, sie erleben den Freiheitskampf Martin Luther Kings oder Belafontes Verfolgung durch den Ku-Klux-Klan, weil er im Film als schwarzer Schauspieler eine weiße Frau liebt. Immer verstärkt die passend ausgewählte Musik, zu der auch Songs gehören, die nicht von Belafonte sind, die jeweiligen Stimmungen. So wird das Protestlied „We shall Overcome“, gesungen von Belafonte und Steve, zu einem starken Bekenntnis zur Gleichberechtigung aller Rassen. Berührende Liebesduette, eine köstliche Präsentation des „Banana Boat Songs“ und als großartigen Abschluss „We are the World“ - ein Abend voller Emotionen, den das Publikum in stehenden Ovationen bejubelt.

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