Jasmin Tabatabai und das David-Klein-Quartett begeistern mit feinstem Jazz im Konzert Theater
Betörende Klänge einer Frau

Coesfeld. Sanft setzt das Klavier ein, leise melancholisch interpretiert Jasmin Tabatabai die „Augen der Großstadt“ von Kurt Tucholsky, zieht sich zurück, als das Saxophon das Zwischenspiel übernimmt und stimmt so das Publikum auf ein Konzert ein, in dem „Eine Frau“ vielfarbige schillernde Facetten der Weiblichkeit in betörende Klänge bettet.

Sonntag, 09.02.2014, 17:07 Uhr

Jasmin Tabatabai präsentiert sich, umrahmt vom David-Klein-Quartett, als großartige Jazz- und Chansonsängerin, die mit viel Empathie von Sehnsüchten, Enttäuschungen und Selbstbestimmung singt.

Ihre Stimme passt sich den von Saxophonist David Klein neu arrangierten und ihr auf den Leib geschriebenen Liedern perfekt an. Zärtlichkeit, Koketterie, Verletzlichkeit, Temperament, augenzwinkernde Ironie, knisternde Erotik – all das drückt sie aus. Immer unterstützt Tabatabai ihren Gesang dabei mit ausdrucksstarker Gestik, Mimik und Körperhaltung, die sie als talentierte Schauspielerin ausweisen.

In ihren Moderationen beweist sie sich darüber hinaus als charmante und witzige Plauderin ohne alle Starallüren – eine reife Frau, die in sich selbst ruht, ohne ihr Rebellentum aus dem Film „Bandits“, mit dem sie berühmt geworden ist, aus den Augen zu verlieren. Zusammen mit den großartigen Musikern – vor allem David Klein bekommt für seine Saxophon-Soli immer wieder Zwischenapplaus – entsteht so ein abwechslungsreiches Konzert aus einem Guss. Mal unterlegen nur leise Klaviertöne des Mannes „mit den magischen Händen“ (Olaf Polziehn) die Sängerin, etwa bei Reinhard Meys wunderschönem Liebeslied „Herbstgewitter über Dächern“, das Tabatabai sehr innig und versonnen interpretiert. Mal tanzt ihre Stimme eingebettet in temperamentvolle Jazz-Malerei, so bei dem kess und verrucht vorgetragenen „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“. Die Texte, egal ob alte Chansons oder von Klein neu geschriebene Lieder wie das titelgebende „Eine Frau“ („Warum schreibst du solche feministischen Lieder“, fragt Tabatabai kokett den Saxophonisten), haben alle etwas zu sagen und sind es wert, dass man ihnen aufmerksam lauscht. Natürlich dürfen auch einige Songs aus dem Film „Bandits“ nicht fehlen, temperamentvoll mit viel Feuer vorgetragen.

Tabatabais Gesang wirkt immer authentisch, sie weiß, wie man Geschichten erzählt, Lieder inszeniert und führt mit ihrer glasklaren warmen Stimme durch Kleins facettenreiche Arrangements.

Im letzten Titel „Kann denn Liebe Sünde sein“ brillieren die vier Musiker (neben Klein und Polziehn Ingmar Heller am Kontrabass und Paul Höchststädter am Schlagzeug) noch einmal mit großartigen, vom Publikum begeistert beklatschten Soli. Erst nach drei Zugaben verabschieden sich Band und Sängerin von den jubelnden Zuschauern mit einem sanften, leisen Liebeslied („Die Nacht“).

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