Junge Szene
Unterhaltsame Reise durch die Politgeschichte

Jonas Jonasson; Die Analphabetin, die rechnen konnte; Carl’s Books 2013; 448 Seiten; 19,99 Euro

Samstag, 21.12.2013, 12:30 Uhr

Nombeko wächst zwischen ihrer Lösemittel trinkenden Mutter und pädophilen alten Männern im größten Slum Südafrikas auf. Mit fünf Jahren fängt sie an zu arbeiten, mit zehn Jahren ist sie Waise. Keine guten Vorzeichen auf ein langes Leben! Doch Nombeko ist ein helles Köpfchen, bringt sich Lesen und Rechnen bei und hilft schon bald eher unfreiwillig beim Bau von sechs südafrikanischen Atombomben. Dabei lernt sie drei chinesische Mädchen kennen, die sich auf Hundevergiftung spezialisiert haben. Etwas weiter nördlich, in Schweden, wachsen zur gleichen Zeit Holger 1 und Holger 2 auf, Zwillinge eines etwas republikanisch veranlagten Vaters, der sein Dasein der Aufgabe gewidmet hat, irgendwie den schwedischen König umzubringen.

Wie diese zwei Handlungsstränge witzig und intelligent zusammengeführt werden, erzählt der neue Roman „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson auf unnachahmliche Weise. Jonasson, der mit seinem ersten Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ sämtliche Weltbestsellerlisten gestürmt hat, legt mit der Geschichte um Nombeko eine ebenso hinreißende und gut erzählte Story nach. Ganz im Stil des Hundertjährigen wird Nombeko aus Versehen wieder in viele weltpolitisch brisante Ereignisse verwickelt zu einer Zeit, in der ein gewisser Nelson Mandela 27 Jahre in politischer Gefangenschaft im südafrikanischen Gefängnis sitzt. Dieser Roman ist also nicht nur Unterhaltung, sondern führt charmant und verständlich durch große politische Stationen der letzten Jahrzehnte. Suchtgefahr nicht ausgeschlossen! Carina Soethe

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