Junge-Szene-Mitglieder Kim Kösters und Sophia Lübbering berichten von ihrem Sommerurlaub ohne „Ellis“
Elternfreie Zone

Coesfeld. In den Sommerferien sind zwei Mitglieder der Jungen Szene das erste Mal alleine im Urlaub gewesen. Hier ihre Berichte.

Donnerstag, 31.08.2017, 18:08 Uhr

Junge-Szene-Mitglieder Kim Kösters und Sophia Lübbering berichten von ihrem Sommerurlaub ohne „Ellis“ : Elternfreie Zone
Spülen und aufräumen, wann man will: Ohne Anweisungen von den Eltern genoss Kim mit einer Freundin den Urlaub. Sie verbachten eine Woche auf einem Campingsplatz am Alfsee. Fotos: privat Foto: az

Kim: Der erste Urlaub ohne Eltern bedeutet für mich: Eine Woche auf dem Campingplatz am Alfsee, zusammen mit meiner Freundin.

Ganz „ohne Eltern“ beginnt es aber nicht – denn ohne meinen Vater würden wir den Wohnwagen gar nicht erst zum Campingplatz bekommen. Aber als alles aufgebaut ist, lässt er uns mit unserem Urlaubsglück allein. Jetzt können wir eine Woche lang die von Kinderschreien und grillenden Rentnern unterbrochene Stille des Alfsees genießen und ehrlich gesagt können wir uns im Moment kaum etwas Besseres vorstellen.

Schon bald stehen wir am Platz vor der ersten Herausforderung, die dieser Ohne-Eltern-Urlaub mit sich bringt: Spülen. Denn das kann man schlecht auf die nicht anwesenden alten Herrschaften abwälzen. Eine überraschende Welle der Begeisterung trifft uns, als wir nach zwei sehr faulen Tagen, an denen wir erfolgreich unsere Pflichten vernachlässigt haben, unseren vollen Spüleimer ins Waschhaus schleppen und feststellen: Es gibt Spülmaschinen – für lau. Zuhause ist es für mich eher eine lästige Aufgabe im Haushalt, die Spülmaschine ein- und auszuräumen, aber auf dem Platz tue ich auf einmal nichts lieber, als die Teller einzusortieren und nach fünf Minuten sauber gespült wieder herauszunehmen. Ich nenne das mal meinen persönlichen Traum.

Natürlich hat meine Mutter vor dem Urlaub für reichlich Verpflegung gesorgt, aber selbst das ist irgendwann aufgefuttert. Das bedeutet für uns Frischluft verabscheuende Teens: Die heimische Pazelle verlassen, sich auf das Fahrrad schwingen und ins nicht weit entfernte Rieste radeln. Besagte Großstadt verfügt über einen kleinen Supermarkt, also müssen wir doch nicht verhungern. Tatsächlich ist es sogar irgendwie schön, ein bisschen durch die Felder zwischen Ponywiesen herzuradeln und frische Luft und Bewegung zu tanken, nur damit man am Abend was auf den Teller bekommt. Der Urlaub schlägt tatsächlich schon jetzt an, sonst bin ich nämlich nicht unbedingt dafür bekannt, so gerne frische Luft um mich zu haben.

Bisher ist der Urlaub eigentlich wie jeder andere, nur eben ohne Eltern. Ganz angenehm, wie ich finde, weil mir niemand sagen kann, was ich machen soll und was nicht. Niemand beschwert sich, dass meine Freundin und ich viel Zeit damit verbringen, mit unseren Laptops durchs Internet zu scrollen, oder Sims hin und her zu schubsen.

Neben uns auf der Nachbarparzelle haben ein paar Studenten und ihre schier horrenden Alkoholvorräte ihre Zelte aufgeschlagen. Sie scheinen es wichtig zu finden, uns wegen unserer Wahl der Freizeitgestaltung anzupflaumen, aber selbst das kann uns nicht mehr aus dem tief entspannten Zustand reißen, in den uns die eine Woche Wohnwagen mitten im Nirgendwo versetzt hat.

Sophia: Eine Woche Spaß und Freizeit in Spanien. Das bot das JuCa in Hochmoor für Jugendliche an. Mit dem Bus ging es nach Calella, wo wir auf dem Campingplatz Roca Grossa untergebracht wurden. Das Erste, das mir direkt auffiel, war die Hitze: Von den lausigen „Sommertemperaturen“ in Deutschland direkt in die spanische Sonne. Es gab immer Fünfer-Zelte, einige groß und geräumig, die anderen sehr klein und mit Hochbetten vollgestopft. Nach kurzem Einrichten haben wir dem Strand oder der nur einige wenige Kilometer entfernten Stadt Calella einen Besuch abgestattet. Die Nacht war chaotisch, die Betten waren Matratzen, die man auf Holzgestelle gelegt hat und meist sehr wackelig. Man fühlte sich nicht sonderlich wohl, da der deutsche Standard nun mal ein anderer ist.

Am nächsten Morgen ging es schon in aller Früh zu einem besonderen Ziel: Barcelona. Nach einem mehr oder weniger deliziösem Frühstück ging es für uns in Richtung der Metropole.

In Barcelona angekommen besuchten wir einige Sehenswürdigkeiten, ehe wir auf eigene Faust losziehen durften. Am Abend waren wir bei den Wasserspielen, die auch ein Erlebnis waren. Viel Freizeit hatten wir in den nächsten Tagen und haben uns am Strand den einen oder anderen Sonnenbrand eingefangen. Mit einer kühlen Erfrischung ging es am nächsten Tag weiter, da wir zum Watertrekking in die Pyrenäen gegangen sind. Beim Watertrekking watet und schwimmt man durch einen Fluss und springt oder rutscht bei Gegebenheit kleine Felsvorsprünge und naturgegebene Rutschen hinunter. Für Einige war dies langweilig, da aus Sicherheitsgründen jegliche Saltos oder Kopfsprünge verboten waren. Mir hat der Nervenkitzel so schon gereicht.

In den folgenden Tagen durften wir entscheiden, ob wir entweder in einen Kletterwald oder einen Wasserpark fahren wollen. Ich habe mich für den Kletterpark entschieden, was sich im Endeffekt auch als gute Entscheidung herausgestellt hat, da der Wasserpark ein wenig enttäuschend gewesen sei. Am vorletzten Abend fand eine Party statt. Mit fast tausend Besuchern war dieser Abend das Highlight der Reise.

Alles in allem war die Reise, mal ohne Eltern, sehr gelungen. Besonders geeignet ist solch eine Fahrt für Jugendliche, die ohne ihre Eltern ein paar Tage im sonnigen Spanien verbringen wollen.

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