Junge Szene
Sicher die fünfte Jahreszeit feiern

Menschen laufen in den verschiedensten Kostümen durch die Straßen, im Hintergrund läuft laute Musik und alle sind in Feierlaune. Auch für viele Jugendliche sind die jährlichen Karnevalsumzüge eine beliebte Anlaufstelle. Doch gerade für Neulinge in der Partyszene lauern auf solchen Veranstaltungen auch Gefahren – besonders im Bezug auf den reichlichen Alkoholkonsum und das Verhalten im Rausch.

Donnerstag, 28.02.2019, 16:01 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 16:34 Uhr
Junge Szene: Sicher die fünfte Jahreszeit feiern
Der Flyer „Sicher unterwegs“ soll dabei helfen, dass sich Mädchen und junge Frauen auf dem Weg nach Hause sicher fühlen. Außerdem enthält er viele Präventionsmaßnahmen, damit mögliche Gefahren – auch jetzt im Karneval – vermieden werden können. Foto: az

„Am besten ist es, wenn die Jugendlichen gegenseitig auf sich aufpassen und aufeinander Acht geben“, erklärt die Diplom-Sozialarbeiterin Miriam Harosh-Pätsch, die bei Frauen e.V. in Coesfeld als Expertin bei sexualisierter Gewalt berät. Gerade K.-o.-Tropfen seien gefährlich. „Es sollten auf keinen Fall Getränke unbeobachtet stehen gelassen werden“, warnt Barbara Borchard, die bei Frauen e.V. eine allgemeine Lebensberatung anbietet, und zudem als Beraterin für die Prävention von sexueller Gewalt tätig ist. „Die Jugendlichen müssen sich bewusst sein, dass es Gefahren gibt, auf die sie aufpassen müssen“, ergänzt Harosh-Pätsch. „Sie sollten sich sicher fühlen und ein Bauchgefühl entwickeln, das die Jugendlichen warnt, wenn ihre Sicherheit gefährdet wird.“

Um genau so ein Bauchgefühl zu entwickeln, wurde ein Flyer erstellt, der vor allem junge Frauen vor mögliche Gefahren warnt und Tipps gibt, wie sie sich in unangenehmen Situationen verhalten sollten. „In diesem Flyer sind zudem verschiedene Präventionsmaßnahmen gebündelt“, sagt Borchard.

Eine Möglichkeit, um aus einer unangenehmen Situation zu gelangen, ist beispielsweise der Hilfscode „Ist Luisa hier?“. Wenn sich Bedrängte mit diesem Satz an das Personal in Bars oder Diskotheken wenden, wissen diese Bescheid und bieten Unterstützung. „Auch das Personal in der Fabrik kennt diesen Hilfscode“, freut sich Harosh-Pätsch. „Im Ballhaus haben bereits mehrere Mädchen den Hilfecode verwendet.“ Ein Vorteil des Codes sei vor allem, dass er sehr niedrigschwellig ist, da das Personal keine Nachfragen zur Situation stellt.

Eine weitere Präventionsmaßnahme ist das Heimwegtelefon. Wenn sich Jugendliche auf dem Weg nach Hause unwohl fühlen, kann die Nummer 030 120 741 82 gewählt werden. Dort erreichen sie eine Person, die den Betroffenen per Telefon begleitet. „Die Maßnahmen sollen gewährleisten, dass Jugendliche sicher feiern können“, meint Borchard. Aber auch außerhalb vom Feiertrubel ist Frauen e.V. für Mädchen da.

„Wir beraten junge Frauen ab 14 Jahren“, erklärt Harosh-Pätsch. Egal, ob diese in einer Lebenskrise stecken, Probleme in der Beziehung haben oder von anderen Menschen bedrängt werden. Frauen e.V. ist da, um über die Probleme zu sprechen und die jungen Frauen zu beraten. „Viele Mädchen schämen sich dafür und sprechen untereinander nicht darüber“, sagt Harosh-Pätsch. „Wir sind ein Ansprechpartner für die Betroffenen.“ Leon Eggemann

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6429320?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F947607%2F
Nachrichten-Ticker