Junge Szene
Fünf Tage plastikfrei auf Achse

Die Vorgaben für jeden Schüler sind klar: Fünf Tage lang jeden Tag mindestens 15 Kilometer zurücklegen und mit einem Budget von 50 Euro auskommen. Und als wäre das nicht schon knifflig genug, hat sich jede Projektgruppe der neunten Klassen an der Gesamtschule Gescher noch eine weitere Challenge überlegt. Das Team um Milan, Manuel, Marvin und Nick hat sich einer besonderen Herausforderung gestellt: während der gesamten Projektwoche ohne Wegwerfplastik auszukommen. Und das ist gar nicht so einfach – wie sich schon beim Einkaufen zeigt.

Freitag, 12.07.2019, 12:00 Uhr
Junge Szene: Fünf Tage plastikfrei auf Achse
Selfies als „Lebenszeichen“ haben die Schüler der Gesamtschule Gescher während ihres Projekts jeden Mittag um 12 Uhr für ihre Eltern aufgenommen: (v.l.) Betreuer Nils mit Marvin, Nick, Manuel und Milan. Foto: az

„Die meisten Nudeln sind alle in Plastik verpackt und selbst die in einem Karton haben meist noch ein Plastiksichtfenster“, berichtet Milan. „Reis gibt es gar nicht ohne Plastik zu kaufen.“ Die Lösung: Ravioli und andere Fertiggerichte, denn die kommen aus einer Konservendose aus Aluminium. Äpfel und Bananen sind dagegen als gesunder Kontrapunkt auch ohne Plastiktüte zu kaufen.

Mit einem Zelt, einem Gaskocher, Schlafsäcken und Isomatten haben die 14- und 15-Jährigen dann die Fahrräder beladen und sich auf den Weg gemacht – zusammen mit ihrem Betreuer Nils von der Universität Münster, dessen Verpflegung sie von ihrem Budget ebenfalls mitfinanzieren mussten.

Der erste Weg führte das Team nach Senden. Von dort ging es weiter nach Lippetal bei Hamm und dann nach Datteln. An diesen drei Tagen hat die Truppe ihr Nachtlager jeweils auf einem Campingplatz aufgeschlagen. In der letzten Nacht durften sie in Heiden auf einem Bauernhof campen – das sparte noch mal Geld.

Brötchen gab es jeden Morgen in einer Papiertüte vom Bäcker, abends gab es dann etwas Warmes. Weniger warm war es dagegen nachts im Zelt. „Wir hatten ja nur leichte Schlafsäcke mit“, meint Milan. Wegen der warmen Tagestemperaturen haben die Schüler auf dicke Schlafsäcke verzichtet (die im Übrigen fürs Fahrrad auch zu sperrig gewesen wären). Nachts stürzte das Quecksilber jedoch auf zwölf oder gar zehn Grad ab.

Cool im übertragenen Sinne waren hingegen die Abende in der Gemeinschaft. „Wir haben dann zusammengesessen und Karten gespielt. Das hat schon Spaß gemacht“, erzählt Milan. Die zwei bis drei Stunden, die die Gruppe jeden Tag mit dem Rad unterwegs war, sind hingegen nicht ganz ohne gewesen. „So ab 40 Kilometern wurde es irgendwann zäh“, meint der 15-Jährige. Rund 240 Kilometer haben die Jungs insgesamt auf ihrer Tour zurückgelegt.

Ganz ohne Rückschläge verlief die Reise jedoch nicht. So stürzte ein Weggefährte bereits zu Beginn und konnte die Herausforderung gar nicht erst antreten. Und auch der Eichenprozessionsspinner machte den jungen Leuten zu schaffen, wie die Blessuren an Milans Armen zeigen. Trotzdem sind die Jungs stolz auf sich. „Wir haben es geschafft und sogar insgesamt noch 45 Euro übrig behalten“, sagt Milan.

Florian Schütte

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