Junge Szene
Rotes Gold für den guten Zweck

Täglich werden in Deutschland etwa 15 000 Blutspenden verbraucht. Dennoch spenden nur etwa drei Prozent der Bevölkerung ihr Blut. Die Nadel scheuen viele. Dabei lässt sich selten mit so wenig Eigenleistung so vielen Menschen helfen. Und auch den gefürchteten Pikser merkt man nur kaum beim Einstechen der Nadel.

Freitag, 16.08.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 17.08.2019, 14:15 Uhr
Junge Szene: Rotes Gold für den guten Zweck
Tut fast gar nicht weh – der Nadelstich beim Blutspenden ist harmlos, das Resultat dafür häufig lebensrettend. Foto: Meret Sauer

Vor jeder Blutspende muss zunächst ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem vertraulich Krankheiten und Urlaubsaufenthalte innerhalb der letzten Monate abgefragt werden. Auch nach Geschlechtsverkehr mit Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko wie Prostituierten wird gefragt. Zusätzlich gibt es den vertraulichen Spenderausschluss, durch den man zu jeder Zeit, auch nach der Blutentnahme, von seiner Spende Abstand nehmen kann, sodass das Blut nicht für andere Menschen verwendet wird.

Nach dem Fragebogen und einem kurzen Arztgespräch wird gespendet. Natürlich alles medizinisch betreut. Dazu liegt man auf einer Liege und wartet, bis sich der Blutbeutel durch einen kleinen Schlauch mit etwa 500 Millilitern Blut gefüllt hat.

Danach geht es ein paar Minuten auf die Ruheliege und anschließend gibt es belegte Brötchen, Würstchen, Softdrinks, Kaffee und Schokolade zur Stärkung. Das Ganze dauert je nach Andrang etwa eine Stunde. Ein erstaunlich guter Deal, um mit wenig Zeit und wenig Aufwand Menschenleben zu retten.

Gespendet wird das Vollblut, das nach der Entnahme in verschiedene Bestandteile aufgetrennt wird, um möglichst vielen Menschen in verschiedenen Bereichen zu helfen. Eingesetzt werden die Blutkonserven unter anderem bei Operationen, bei plötzlichem Blutverlust nach Unfällen, während einer Chemotherapie bei Leukämie und für die Herstellung von Arzneimittel.

Dabei hilft die Blutspende nicht nur dem Patienten, der das Blut später erhält, sondern kann auch Aufschluss über den Gesundheitszustand des Spenders geben. Denn bei jeder Spende wird das Blut auf Blutgruppe und Krankheiten untersucht, welche gegebenenfalls dem Spender auf postalischem Weg mitgeteilt werden.

Frauen dürfen maximal viermal jährlich spenden, Männer hingegen sechsmal. Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens 56 Tage liegen, der empfohlene Abstand liegt jedoch bei drei Monaten, damit der Körper genug Zeit hat, die roten Blutkörperchen zu regenerieren.

Um Spender zu werden, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und 50 Kilogramm wiegen. Am Tag der Spende sollte man ausreichend Nahrung und Flüssigkeit zu sich genommen haben. Zur Spende braucht man lediglich einen Lichtbildausweis und, falls schon vorhanden, den Blutspendeausweis. Erstspendern wird er nach der Spende zugeschickt. Das Deutsche Rote Kreuz bietet in Coesfeld jeden dritten Donnerstag im DRK-Zentrum an der Alten Münsterstraße sowie alle drei Monate im Pfarrheim in Goxel die Möglichkeit, Blut zu spenden. Alle Infos und Termine können auch online auf der Website der Hilfsorganisation eingesehen werden. Meret Sauer

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