Gescher
Bau-Endspurt eingeläutet

Gescher. Eine sechs Meter hohe Schauwand mit Glasvitrinen und dem Schriftzug "Westfälisches Glockenmuseum" aus brüniertem Messing: Das sind die ersten Eindrücke, die Besucher des erweiterten Glockenmuseums auf sich wirken lassen können. Sie betreten Geschers museales Kleinod durch den zum Museumshof verlegten Haupteingang und werden direkt in die neue Ausstellungshalle...

Mittwoch, 20.10.2010, 00:00 Uhr

Gescher. Eine sechs Meter hohe Schauwand mit Glasvitrinen und dem Schriftzug "Westfälisches Glockenmuseum" aus brüniertem Messing: Das sind die ersten Eindrücke, die Besucher des erweiterten Glockenmuseums auf sich wirken lassen können. Sie betreten Geschers museales Kleinod durch den zum Museumshof verlegten Haupteingang und werden direkt in die neue Ausstellungshalle geleitet. "Das ist sehr schön geworden", findet Architekt Hans-Jürgen Gebker. Bis auf wenige Rest-arbeiten ist alles fertig, so dass die Museumsmannschaft um Dr. Hendrik Sonntag nächste Woche mit dem Einräumen der Exponate beginnen kann. Die Einweihungsfeier ist für den 3. Dezember vorgesehen. Umbau und Erweiterung des Glockenmuseums verschlingen über 500.000 Euro, wobei ein großer Teil - wie berichtet - über Zuschüsse aus verschiedenen Töpfen finanziert wird. Dafür sind eine große Ausstellungshalle, ein neuer Eingangsbereich und öffentliche Toiletten gebaut worden. Die nahezu verdoppelte Ausstellungsfläche ermöglicht eine Neukonzeption der Schausammlung und zusätzliche Glocken-Themen. Äußerlich unverändert ist das Altgebäude an der Lindenstraße. "Es steht unter Denkmalschutz", weiß Gebker. Die Eingangstür bleibt erhalten, wird aber künftig nicht mehr genutzt und von innen mit einem vorgesetzten Glasfenster versehen. Aus der Innenstadt kommende Besucher werden über den freien Platz zwischen Museum und Altem Rathaus zum neuen Haupteingang geleitet. Die Fassade der Glockenhalle hat einen neuen Schlämmanstrich bekommen. "Das entspricht dem hellen Ton der Putzfaschen am Altbau", erläutert Gebker. Eine Aluminiumtür - der Eingang zu den neuen Toiletten mit Behinderten-WC - markiert den gut vier Meter langen Gebäudeteil, der an die alte Glockenhalle angebaut worden ist. Architektonischer Clou ist die rechteckige Schauwand zum Museumshof, die mit hochwetterfesten Verbundplatten in einem warmen Braunton verkleidet ist. Diese Optik findet sich auch in der Fassade der angebauten Ausstellungshalle mit Pultdach wieder. "Diese Gebäudegeometrie hat sich aus der Hofform ergeben, die wir hier vorgefunden haben", erläutert der Architekt. Während drinnen der Estrich trocknet, herrscht draußen emsiges Baustellentreiben. Die Fertigstellung der Außenanlagen läuft auf Hochtouren. Zwischen Museum und Altem Rathaus werden graue Pflastersteine verlegt. Repräsentative Gussstahlglocken und ein neuer Wegweiser werden Besuchern künftig Orientierung bieten. "Kleinigkeiten" wie die Erneuerung der Entwässerungsrohre für das Alte Rathaus sind in diesem Rahmen gleich miterledigt worden. "Und den Birnbaum des Heimatvereins haben wir auch retten können", schmunzelt Gebker. Im Gegenzug engagieren sich die Heimatfreunde: Sie haben einen neuen Weg entlang der "Museschoppe" gepflastert und übernehmen die Anflickarbeiten in Richtung Brauhaus. Auch das Museumsteam hat bei der Renovierung im Altbau kräftig mit angepackt. Es ist in den nächsten Wochen beim Einräumen gefordert, damit Gescher ab Dezember ein "klingendes" Museumserlebnis in zeitgemäßem Ambiente bieten kann.

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