Der elfjährige David Brücks aus Gescher zeigt Können und Klasse im Fahrradtrial
Tänzelnd auf Italien

Gescher. David steht auf Italien. Mit geschmeidiger Leichtigkeit bewegt er sein Rennrad, das tänzelnd auf der Stelle schwingt und hüpft. Dann fliegt es die steile Anhöhe Italiens hinunter und saust mit Schwung eine gegenüberliegende Rampe hoch. Kinderleicht sieht das aus. Doch wer solche Übungen bewältigen will, hat ausdauernd geübt. So wie der elfjährige David Brücks aus Gescher, dessen große Leidenschaft dem Fahrradtrial gehört. Diese Sportart auf zwei Rädern fordert dazu heraus, über Stock und Stein und andere Hindernisse stehend – denn Trialräder haben keinen Sattel – zu fahren, ohne dabei die Füße aufzusetzen. Diese seltene Kunst trainiert der junge Gescheraner in Stadtlohn – auf dem einzigen Trial-Übungsgelände dieser Art in Deutschland.

Samstag, 19.01.2013, 16:02 Uhr

Schon als I-Männchen in der Von-Galen-Schule fielen David und sein Freund Marius Debbing durch Geschicklichkeit auf dem Fahrrad auf. So landete er auf einem Wettbewerb in Borken, lernte dort mit Werner Tippke seinen künftigen Trainer im Fahrradtrial und Vorsitzenden des Stadtlohner Trial-Clubs kennen. Schnell war das Bündnis besiegelt: Seither bringen seine (Groß-)Eltern den jungen Gescheraner jeden Mittwoch zum Training auf die Stadtlohner Anlage an der Uferstraße.

Ein kleines Paradies für Fahrradfreaks hat Tippke dort geschaffen. Denn der passionierte Motorradsportler entschied sich Mitte der achtziger Jahre für den Fahrradtrial, als die Stadt ihm ein Übungsgelände anbot. Anfang der neunziger Jahre zog es den jungen Trial-Club dann auf das heutige Gelände, das mit 4600 Quadratmetern ideale Bedingungen bietet.

Nur zu gern durchkreuzt Tippke selbst auf dem Rad Europa, setzt Eindrücke, die er auf diesen ausgedehnten Fahrten sammelt, auf „seiner“ Anlage um. So entstanden 15 Ländersektionen wie Deutschland, Italien, Frankreich, Holland, Madeira, aber auch das türkische Kapadokien oder Pamukkale. Jeder dieser Abschnitte birgt besondere, landestypische Besonderheiten. Die Terrassen von Pamukkale beispielsweise fordern die jungen Sportler ebenso wie eine Kieslandschaft, mit der Tippke das Kopfsteinpflaster von Madeira nachempfunden hat.

Im Augenblick kämpft David Brücks mit Rohren. Bis zu 70 Zentimeter sind die hoch. David versucht sie zu erklimmen, ohne den Fuß aufzusetzen, „und er ist gut dabei“, attestiert ihm sein Trainer. Ob Schräge oder Baumstamm, Auf- oder Abfahrt: Alles will gekonnt sein. Und gemeinsam mit rund 40 jungen Clubkollegen wagt sich David an die Herausforderungen. Mit bestem Erfolg, wie vor wenigen Tagen noch die Meisterschaft in Nunspeet, Holland, bewies: Da ist David unter acht Fahrern seiner Klasse Erster geworden. Auch bei der Norddeutschen Meisterschaft und der NRW-Meisterschaft hat der Junge aus Gescher geglänzt.

Inzwischen hat er sich von der jüngsten Gruppe, den Smileys, hochgearbeitet in die U 11 (unter elf Jahren). Sein Ziel: Noch in diesem Jahr die blaue Gruppe zu erreichen. Es locken im Folgenden grün, rot und gelb.

Wer es im Fahrradtrial zu etwas bringen will, muss üben. Nur so gelangt er zu dem, was Trainer Tippke die „Kunst des Könnens“ nennt. Dazu müssten die Kinder „Lust am Sport mitbringen und die Bereitschaft zu lernen und das Gezeigte umzusetzen.“ Voraussetzungen, die David erfüllt. Seine Augen leuchten, wenn er von vier Pokalen erzählt, die auf dem Regal an seinem Bett aufgereiht stehen. Sie erinnern ihn jeden Abend daran, dass Fahrradtrial „Spaß macht und große Ziele bietet.“

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