Rotes Kreuz betreibt in Borken Einrichtung für Menschen mit Autismus / Gedenktafel enthüllt
Dr.-Schulz-Gadow-Haus eröffnet

Gescher/Borken. Ein Haus mit ganz besonderem Namen: das Dr.-Schulz-Gadow-Haus. So heißt ein neues Appartementhaus des Roten Kreuzes im Kreis Borken am Borkener Nordring. Es beheimatet in zehn Wohnungen junge Menschen mit Autismus, die dort weitgehend selbstständig leben können. Aufgrund der großen Verdienste des am 9. April vergangenen Jahres 66-jährig verstorbenen früheren Stadtdirektors von Gescher (1982 bis 1997) und Präsidiumsvorsitzenden der Hilfsorganisation sei es dem DRK „eine besondere Ehre, dieses Gebäude nach Dr. Klaus-Peter Schulz-Gadow zu benennen“, sagte sein Nachfolger, Aloys Eiting, vor rund 100 Gästen aus Politik und öffentlichem Leben sowie der Familie des Geehrten.

Donnerstag, 15.05.2014, 19:28 Uhr

Eiting: „Dr. Klaus-Peter Schulz-Gadow hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich das Rote Kreuz im Kreis Borken zu einem der größten Rotkreuz-Verbände in Westfalen-Lippe entwickelt hat.“ Vor den Augen der Familie mit Witwe Renate, der Mutter Lieselotte und Tochter Elena enthüllten Eiting und DRK-Vorstand Anton Verschaeren eine Gedenktafel, auf der die Stationen Schulz-Gadows aufgeführt sind.

In Anwesenheit von Geschers Bürgermeister Hubert Effkemann (CDU) und der Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins, Sabine Kucharz, auch Erste Beigeordnete der Stadt Gescher, erinnerte Eiting an das große Engagement seines Vorgängers: Neben der Hilfsorganisation habe ihm immer die Wohlfahrtspflege „besonders am Herzen“ gelegen. Weitere Schwerpunkte waren laut Eiting: der Ausbau der DRK-Pflege- und Serviceangebote mit häuslicher Krankenpflege in Bocholt, die Einrichtung der Sozialkaufhäuser KARO mit dem damit verbundenen Engagement für arbeitslose Menschen in der Region, der Neubau des Rotkreuz-Zentrums in Borken oder die „große Verbundenheit zum Rettungsdienst“. Der Präsidiumsvorsitzende: „Dr. Klaus-Peter Schulz-Gadows engagiertes Wirken wollen wir mit der Namensgebung und einer Gedenktafel in ehrender und dankbarer Erinnerung behalten.“

Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann freute sich nicht nur über das neue Appartementhaus an zentraler Stelle: „Es ist gut, dass es eine solche Einrichtung in unserer Stadt gibt“, betonte Lührmann. Ein besonderer Aspekt sei auch für ihn, dass das neue Wohnhaus in Dr.-Schulz-Gadow-Haus benannt worden sei: In Gescher habe Lührmann ehemals als Erster Beigeordneter mit dem damaligen Chef Dr. Klaus-Peter Schulz-Gadow zusammengearbeitet, „und ich habe sehr viel von ihm gelernt“.

Fünf Wohnungen und Appartements in dem Gebäude in Borken, das in den vergangenen Monaten komplett renoviert worden war, sind bereits bewohnt oder die neuen Bewohner, meist um die 20 Jahre, packen die Umzugskoffer. Fünf weitere Wohnungen, etwa 25 Quadratmeter groß, können noch belegt werden. Die „Aktion Mensch“ gab einen Zuschuss von 250 000 Euro, die Stiftung Wohlfahrtspflege 120 000 Euro. Erhebliche Eigenmittel habe zudem das Rote Kreuz beigesteuert, berichtet das DRK.

Das neue Konzept des betreuten Wohnens von Menschen mit Autismus sei überzeugend, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker: „Durch die Betreuung von DRK-Mitarbeitern haben die Bewohner jetzt die Möglichkeit, selbstständig zu wohnen, weg vom Zuhause, betreut einkaufen, ins Kino zu gehen oder einfach ihr Leben selbstständig gestalten zu können.“

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