Kooperation zwischen Haus Hall und Stadt denkbar / Kosten: Vier Millionen Euro / Entscheidung im Herbst
Neues Schwimmbad bauen?

Gescher. Auf dem Gelände von Haus Hall könnte ein neues Schwimmbad entstehen – als Gemeinschaftsprojekt der Bischöflichen Stiftung und der Stadt Gescher. Wie eine solche „Vision“ bei geschätzten Baukosten von vier Millionen Euro Wirklichkeit werden könnte, hörte der Ausschuss für Generationen am Mittwoch. Die Grundsatzentscheidung soll im Herbst 2014 fallen.

Donnerstag, 15.05.2014, 19:28 Uhr

Das jetzige Schwimmbecken auf Haus Hall ist abgängig. Wie Direktor Dr. Thomas Bröcheler erläuterte, werde es zurzeit täglich von etwa 90 Personen, Bewohnern und Externen, genutzt. Die Technik sei aber veraltet. Eine Sanierung mache nach Aussage von Fachleuten keinen Sinn, der Neubau eines Schwimmbades sei von Haus Hall alleine nicht zu stemmen. Einziger möglicher Partner sei die Stadt Gescher, die hier auch Schulschwimmen anbieten könne. Möglicher Standort sei die Fläche zwischen Antonius-Kita und neuer Sporthalle. Wie Bröcheler sagte, könne Haus Hall in ein solches Projekt einiges einbringen: Geldmittel, Grundstück, Schwimmmeister und eine günstige Versorgung mit Wasser und Wärme.

Ohne einen gemeinschaftlichen Neubau, so Bröcheler, würde das alte Bad bald geschlossen – Schwimmen auf Haus Hall für Externe wäre dann Geschichte. Für die Bewohner würde nur noch ein kleines Therapiebecken vorgehalten. „Mein Wunsch ist, dass sie jetzt alle Hurra schreien“, schloss Bröcheler.

Ganz so war es nicht, nachdem Erste Beigeordnete Sabine Kucharz die finanziellen Aspekte erläutert hatte. Bei Baukosten von vier Millionen Euro ergäben sich jährliche Betriebskosten von 300 000 bis 350 000 Euro inklusive Finanzierung. Die Stadt müsste davon etwa 180 000 Euro jährlich tragen. Dies sei eine freiwillige Leistung, die an anderer Stelle eingespart werden müsste. Hier nannte die Kämmerin das Stichwort Schülerbeförderung. „Draufsatteln geht nicht“, stellte Kucharz mit Blick auf die städtischen Finanzen fest.

Aus Sicht der Stadt gibt es bestimmte Anforderungen, die ein neues Bad erfüllen müsste. Dazu zählt die Möglichkeit des Schulschwimmens – zwei 25-Meter-Bahnen müssten dazu geschaffen werden. Öffentliches Schwimmen würde nur in der Zeit von Ende Herbstferien bis Ende April angeboten, um dem eigenen Freibad keine Konkurrenz zu machen. Für das Schulschwimmen sei es möglich, seitens der Stadt einen Schwimmmeister zu stellen. Ein erster Raumplan sieht neben dem Schwimmbecken ein Therapiebecken und die üblichen Sanitär- und Umkleideräume vor. Die Stadt wäre weder Bauherr noch Betreiber, sondern würde darüber einen Miet-/Nutzungsvertrag abschließen, so Kucharz.

Aus dem Ausschuss kamen etliche Nachfragen und gemischte Reaktionen. „Da steckt Potenzial für beide Seiten drin“, meinte CDU-Sprecher Egbert Kock. Ausschussvorsitzender Ansgar Heming (SPD) kündigte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Konzept an. Zu klären sei, ob sich die Stadt das leisten könne. Ansonsten lautete die Devise: „Sacken lassen“.

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