Podiumsdiskussion für junge Leute am Rathaus / Unterschiedliche Meinungen zu Kita-Standort
Bei der Rosen-Vergabe geht keiner leer aus

Gescher. „Bachelor“-Atmosphäre auf dem Rathausplatz: Wie in der gleichnamigen Fernsehsendung wurden am Ende einer unterhaltsamen Podiumsdiskussion, die der Freundeskreis der Messdiener für junge Leute veranstaltete, Rosen verteilt. Die meisten landeten im CDU-Eimer: Nach diesem Gradmesser durfte sich CDU-Sprecher Egbert Kock als Sieger des Schlagabtausches fühlen, gefolgt von Ansgar Heming (SPD)...

Samstag, 17.05.2014, 17:23 Uhr

Über 1000 Erstwähler können in Gescher am 25. Mai über den nächsten Rat mitentscheiden. Diese Leute zu informieren und an die Urne zu bekommen war Anliegen der mit knapp 80 Teilnehmern gut besuchten Veranstaltung. „Ich möchte wissen, was politisch in Gescher läuft“, erklärte Johannes Homann (17), warum er zum Rathaus gekommen war.

Mit frechen Einstiegsfragen brachten die Moderatoren Katharina Hörnemann und Bernd Engbers die Vertreter der Parteien in Gesprächslaune. Bildung und Arbeit war der erste Themenblock. Hier gab es unterschiedliche Akzente: Matthias Homann (UWG) sieht den neuen Kindergarten-Standort nicht an der Alten Feldmark, sondern in der Innenstadt, um diese zu beleben. Egbert Kock (CDU) setzt auf andere Konzepte zur Innenstadtbelebung und verweist auf die Nähe der geplanten Kita zum neuen Baugebiet – „dort, wo die Familien wohnen“. Auch Ansgar Heming (SPD) plädiert für „kurze Wege“. Einig waren sich die Politiker, dass Gescher über ein gutes Arbeits- und Ausbildungsplatzangebot verfüge – das Campus-Projekt der Firma d.velop beispielsweise sei wegweisend. Julian Kirschbaum (FDP) bemängelte das unzureichende Wohnungsangebot für Berufsanfänger, da bestehe Handlungsbedarf. Angelika Dapper-Schneider (Grüne) stellte fest, dass das Schulsystem mit der Gründung einer Gesamtschule gestärkt worden sei. Das mögliche Kita-Grundstück an der Feldmark sei zu klein und verkehrstechnisch ungünstig.

Bei der Frage, wie das Freizeitangebot für junge Leute in Gescher weiterentwickelt werden soll, wollen alle Politiker mehr „mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, ihnen zuhören“. Heming plädierte für die Einführung einer Ehrenamtskarte, um ehrenamtliches Engagement wertzuschätzen. Kirschbaum hielt Videomitschnitte in Ratssitzungen für eine gute Idee, um Jugendliche an Politik heranzuführen.

Für Schmunzler sorgten die Moderatoren mit einer weiteren Fragerunde: Da musste Homann erklären, warum die UWG keine Personen unter 40 auf ihrer Homepage habe, oder Heming, warum bei der SPD im Internet unter „Wahl 2014“ gähnende Leere herrsche. Kock wurde zu Bewerbern um die Effkemann-Nachfolge in 2015 befragt. „Wir haben mehrere Kandidaten“, lautete seine Antwort. Für Namen sei es noch zu früh.

Wie Gescher attraktiv und lebenswert gehalten werden kann, wollten die Moderatoren im dritten Themenblock wissen. Homann plädierte für eine Rücknahme der jüngsten Gewerbesteuererhöhung. Heming hofft, über das Einzelhandelskonzept die Einkaufssituation in Gescher zu verbessern. Kirschbaum sieht beim Öffentlichen Personennahverkehr Handlungsbedarf, der sei derzeit „eine Katastrophe“.

Bei der Abschlussrunde durften sich die Teilnehmer vorstellen, was sie aus einem 100-Prozent-Ergebnis für ihre Partei machen würden – und kamen zu dem Schluss, dass ein solcher Wahlausgang „schrecklich“ (Heming) wäre. Nach eineinhalb Stunden war Rosen-Vergabe – anders als beim TV-Bachelor schied aber niemand aus, am 25. Mai sind alle noch im Rennen...

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