In der Grünen Mitte darf vorerst nicht geskatet werden / Dank an Initiatorinnen und Sponsoren
Anlage eingeweiht – Nutzung tabu

Hochmoor. „Das ist absurd. Wir segnen hier etwas ein, das hinterher nicht genutzt werden darf“, stellte Pfarrer Rüdiger Jung vor einer großen Menschenmenge fest. Viele Kinder und Jugendliche waren am Samstag mit ihren Boards zur Skateranlage in der Grünen Mitte gekommen und starrten wehmütig auf Funbox, Pyramidencorner und Quarterpipe. Nach der Einsegnung wurden die mit bunten Protestplakaten dekorierten Bauzäune um die Anlage wieder geschlossen – Skaten ist nicht. Der Grund: Anlieger haben mit Eilanträgen die Inbetriebnahme der aus Spenden finanzierten Anlage verhindert. „Das tut uns total leid für die Kinder“, bedauern Kerstin Klümper und Melanie Hanowski. Die Initiatorinnen hoffen, dass das Verwaltungsgericht in drei bis vier Wochen eine Entscheidung im Sinne der Skaterfreunde trifft.

Sonntag, 18.05.2014, 15:04 Uhr

Über 15 000 Euro an Spenden haben Klümper und Hanowski gesammelt. Dafür bedankten sie sich am Samstag bei allen Sponsoren, die auf einer Tafel gewürdigt werden. Traurig sei, „dass wir allen Hochmooraner Kindern ihren Spaß an der Sache mal wieder nehmen müssen“. Grund dafür seien zwei Eilanträge von Anwohnern auf „Untersagung der Nutzung“. Hiermit werde die Endmontage der Geräte sowie die Nutzung „strengstens untersagt“. Offenbar solle durch die kurzfristig erfolgte Einreichung die Eröffnungsfeier boykottiert werden. Traurig sei zudem, dass diesem Projekt von den klagenden Nachbarn keine Chance gegeben werde, „nicht einmal für eine Testphase“. Für ihr Fazit – „wir werden weiterhin für diesen Standort kämpfen“ – erhielten die Initiatorinnen viel Beifall.

Emotional sei dieser Vorgang schon, stellte Bürgermeister Hubert Effkemann fest. Er bedankte sich bei Hanowski und Klümper, die über Jahre für die Skateranlage „gebimmelt“ und damit ganz großes Engagement für den Ortsteil Hochmoor erbracht hätten. Dass die Nutzung der Anlage erst einmal untersagt werde, tue ihm sehr leid, aber der Rechtsstaat biete diese Möglichkeit. Effkemann: „Ich hoffe, dass die Zeit der Unsicherheit in drei Wochen vorbei ist und wir dann hier viele glückliche Kinder sehen.“ Sein Dank gelte allen Anliegern, die das Thema Skateranlage anders sähen als die Kläger.

Pfarrer Rüdiger Jung von der evangelischen Gemeinde und Barbara Bruns von der katholischen Kirche segneten die Skateranlage ein. Dann mussten Kinder und Jugendliche, viele davon mit Skateboards oder Protestplakaten in der Hand, zusehen, wie sich die Bauzäune wieder schlossen. Bis zur Entscheidung des Gerichtes werden die drei Geräte in die Ecke geschoben und mit Bauzäunen gesichert – Nutzung tabu. „Das ist schon ärgerlich und ziemlich unnötig von den Nachbarn“, findet Skater Pedro Libera (15).

Rückendeckung erhalten die Befürworter der Skateranlage in der Grünen Mitte von der Politik: „Die Anlage ist hier an der richtigen Stelle, wir halten an diesem Standort fest“, sagte Reinhold Gertz, Vorsitzender des Bezirksausschusses. Die politischen Gremien hätten sich einmütig für die Aufstellung der Geräte ausgesprochen und wollten damit ein Zeichen setzen.

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