Wie sie das Waldgebiet Bröke alle Jahre wieder mit Krippe und Weihnachtsbaum verzaubern
Das Märchen von den Heinzelmenschen

Gescher (wr). „Vor vielen Jahren waren einmal sechs Menschen, sie waren nicht mehr ganz jung, aber in ihren Herzen sind sie Kinder geblieben. Eines Tages im Sommer entdeckten sie im Wald auf einer Lichtung eine wunderschöne Tanne. Plötzlich hatten alle denselben Gedanken: „Wie schön wäre dieser Baum in weihnachtlichem Kleid.“ Sie überlegten, wie man die Idee in die Tat umsetzen könnte. Würden sich andere Menschen darüber freuen? Es begab sich, dass einer der sechs den Umgang mit Elektrik beherrschte, ein anderer technische Zusammenhänge bedachte, wieder einer mit Fantasie begabt war. Wieder andere erschufen die Krippenfiguren, bastelten Schmuck für den Tannenbaum. Einer ging gern mit Worten um, brachte sie als Reime auf Papier. Das alles machte ihnen riesige Weihnachtsfreude, die sie aus ihrer Kindheit noch kannten. Sie wollten die Menschen mit dieser kindlichen Freude anstecken. So zogen die Weihnachtsheinzelmenschen am 2. Advent aus, werkelten, schmückten den Baum, bauten eine Krippe.

Freitag, 25.12.2015, 10:40 Uhr

Wie sie das Waldgebiet Bröke alle Jahre wieder mit Krippe und Weihnachtsbaum verzaubern : Das Märchen von den Heinzelmenschen
Diese Weihnachtsheinzelmenschen bauen Jahr für Jahr Krippe und Weihnachtsbaum im Waldgebiet Bröke zwischen Gescher und Ahaus auf: (v. l.) Rudolf Zevenbergen, Hans Farwerk, Ursula Zevenbergen, Liesel Farwerk und Schwiegertochter Petra. Foto: Helene Wentker

Welche Freude erlebten sie, als immer mehr Menschen an die Waldlichtung kamen, mit ihren Kindern an Krippe und Baum sangen, Wunschzettel schrieben und in die Zweige hängten. Und es wurden von Jahr zu Jahr mehr. Kinder wurden erwachsen und besuchen den Baum noch immer. Da wussten die sechs Weihnachtsheinzelmenschen, dass ihre Freude übergesprungen war. Und so geht das seit 1993.

In diesen 22 Jahren wurden auch die Weihnachtsheinzelmenschen älter. Deshalb steht die nächste Generation schon in den Startlöchern... Denn die Bröke ohne den Weihnachtsbaum ... das will keiner. Nicht wahr?“

Ein Märchen, wie das Leben es schreibt. Ein Märchen, das die Familien Farwerk aus Gescher und Zevenbergen aus Legden selbst niedergeschrieben haben. Vor mehr als zwei Jahrzehnten haben sie zum ersten Mal eine Krippe – zusammengetragen aus familieneigenen Figuren – und einen geputzten Weihnachtsbaum im Waldgebiet Bröke zwischen Gescher und Ahaus unweit des Naturdenkmals „Dicke Eiche“ aufgebaut. Später kamen sogar Sitzgelegenheiten, ein Tisch aus Baumstämmen dazu. Aus diesem magischen Ort ist längst eine Art Kultstätte geworden. Familien kommen mit ihren Kindern, um auf einem Spaziergang Krippe und Baum zu bewundern, ihre Wunschzettel oder auch persönliche Briefe an dem Baum „anzuzetteln.“ „Ergreifende Geschichten, Wünsche, Gedanken“ stünden dahinter, sagen Hans und Liesel Farwerk: „Da läuft es einem manchmal kalt den Rücken runter.“ Gemeinsam mit Ursula und Rudolf Zevenbergen spielen sie „Christkindchen“ und holen die Wunschzettel regelmäßig ab.

Inzwischen sind Sohn Andreas Farwerk und Ehefrau Petra schon in die Fußstapfen der Eltern getreten, um einem wunderbaren Brauch Zukunft zu schenken. Vom ersten Advent bis zum Fest hl. drei Könige am 6. Januar warten Maria, Josef und das Jesuskind in der Krippe in der Bröke auf große und kleine Besucher. Auch in diesen Tagen.

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