Betriebsführung des Abwasserwerkes wird ab 2017 neu organisiert / Stegemann geht in den Ruhestand
Kooperation mit Coesfeld favorisiert

Gescher. Beim Abwasserwerk Gescher ist vieles im Fluss. Das gilt in erster Linie für die künftige Betriebsführung: Nach den Sommerferien soll die Entscheidung fallen, wie der Eigenbetrieb der Stadt ab 2017 gesteuert werden soll. Im Betriebsausschuss am Dienstag skizzierte Bürgermeister Thomas Kerkhoff strategische Überlegungen, wie es ab dem kommenden Jahr mit dem Abwasserwerk weitergehen könnte. Dabei ließ der Verwaltungschef durchblicken, dass derzeit eine Kooperation mit dem Abwasserwerk Coesfeld favorisiert wird: „Dieses Modell ist bislang am weitesten durchdacht.“

Mittwoch, 27.04.2016, 21:22 Uhr

Betriebsführung des Abwasserwerkes wird ab 2017 neu organisiert / Stegemann geht in den Ruhestand : Kooperation mit Coesfeld favorisiert
Die Wasserkraftanlage an der Stauanlage Alfers Mühle war Besichtigungsziel für den Betriebsausschuss für das Abwasserwerk. Betriebsleiter Hindrik Stegemann (4.v.r.) erklärte die Funktionsweise der Anlage, die im vergangenen Jahr rund 190 000 Kilowattstunden Strom produziert hat. Auch die im Herbst 2015 optimierte Fischtreppe (Bild) werde gut angenommen und gewähre die gesetzlich geforderte Durchlässigkeit der Berkel für Fische. Foto: Jürgen Schroer

Hintergrund der aktuellen Überlegungen ist der Eintritt in den Ruhestand des jetzigen Betriebsleiters Hindrik Stegemann zum Jahresende. Seit 2002, als die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) über den Kreis Borken mit der Betriebsführung für das Gescheraner Werk beauftragt wurde, hat der 69-Jährige die Leitung inne. Seitdem hat sich das Abwasserwerk sehr positiv entwickelt: Trotz hoher Investitionen in Kanäle und Anlagen ist es gelungen, die seinerzeit hohen Abwassergebühren schrittweise herunterzuschleusen.

Wie Kerkhoff berichtete, läuft mit dem Ausscheiden Stegemanns auch die Vereinbarung mit dem Kreis Borken aus. Für die künftige Organisation der Betriebsführung kämen verschiedene Modelle in Frage. Denkbar sei die Gründung eines Zweckverbandes durch die Einleiter-Kommunen an der Berkel. Das bedeute aber ein aufwändiges Gründungsverfahren und sei aus zeitlichen Gründen nicht bis Ende 2016 umzusetzen. Eine andere Variante ist die Eigenrealisierung mit zusätzlichem Personal bei der Stadt. Hier gab Kerkhoff zu bedenken, dass Stegemann eine 60-Prozent-Stelle mit einem hohen Anforderungsprofil ausfülle – hierfür jemanden zu finden, dürfte schwierig werden. Weitere Alternativen seien die Kooperation mit privaten oder öffentlichen Unternehmen.

Mit dem Abwasserwerk Coesfeld hat es bereits Gespräche gegeben. Im Betriebsausschuss am 29. Juni soll der Rahmen für eine strategische Partnerschaft vorgestellt werden. Sollte nach den Sommerferien die Entscheidung für eine Kooperation mit Coesfeld fallen, könnte das vierte Quartal für die Übergabe und Einarbeitung genutzt werden. Die Buchführung könnte ebenfalls über Coesfeld abgewickelt werden, aber auch bei der EGW verbleiben. „Noch ist alles möglich“, sagte Kerkhoff.

Aus dem Ausschuss kamen etliche Nachfragen und Hinweise, der Tenor war aber grundsätzlich positiv. Clemens Kösters (CDU) meinte, das „Denkmodell Coesfeld“ habe Charme, da steckten viele Möglichkeiten drin. Andreas Langer (SPD) bewertete eine Kooperation positiv, wünschte sich aber ein zweites Angebot eines anderen Abwasserwerkes. Thomas Peirick (UWG) wollte wissen, wer bei einem solchen Modell der „Kümmerer“ im Rathaus Gescher wäre. Kerkhoff verwies auf Werksmitarbeiter Dieter Weßling, der hier weiterhin tätig sei. Außerdem gehe er davon aus, dass der Coesfelder Betriebsleiter an einzelnen Arbeitstagen ebenfalls in Gescher präsent wäre. „Wir sollten das erst einmal sacken lassen“, beendete Vorsitzender Werner Bönning die Diskussion.

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