Bestehende Halle könnte Standort für Rettungszentrum werden / Feuerwehr favorisiert Umzug
Zieht die Wehr ins Gewerbegebiet?

Gescher. Feuerwehr und Rettungssanitäter werden demnächst möglicherweise von der Bahnhofstraße zu Bränden und Unfällen ausrücken. Neben einer Ertüchtigung des Altstandortes am Venneweg gibt es Bestrebungen, einen Standort im südlichen Gewerbegebiet zu finden. Nach Informationen unserer Zeitung konzentrieren sich die aktuellen Überlegungen auf die westlich des Autohauses Bessler und Terhart gelegene Gewerbehalle (früher Fliesenhandel), die d.velop-Chef Christoph Pliete gehört. Sie könnte als Rettungszentrum hergerichtet und dann von der Stadt langfristig angemietet oder gekauft werden. Bürgermeister Thomas Kerkhoff bestätigte auf Anfrage Überlegungen für einen Standort im südlichen Gewerbegebiet, ohne Details zu nennen. Er werde den Rat im Dezember über den Sachstand informieren, sagte er.

Freitag, 18.11.2016, 17:46 Uhr

Bestehende Halle könnte Standort für Rettungszentrum werden / Feuerwehr favorisiert Umzug : Zieht die Wehr ins Gewerbegebiet?
Diese Halle im Gewerbegebiet südlich der Schildarpstraße, früher als Fliesenhandel genutzt, könnte Standort für das Rettungszentrum Gescher werden. Die Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen. Foto: Jürgen Schroer

Keine Frage: Das jetzige Gerätehaus samt Rettungswache und DRK-Domizil – 1980 errichtet – ist in die Jahre gekommen. Längst entspricht das Gebäude nicht mehr heutigen hygienischen und technischen Standards. Schon 2014 gab die Stadt Gescher eine Machbarkeitsstudie in Auftrag mit dem Ziel einer Modernisierung und Neugliederung des Rettungszentrums. Das Ergebnis war aus Sicht der Feuerwehr unbefriedigend. Wichtige Punkte wie eine Entzerrung der Verkehrswege bei An- und Abfahrten oder die geforderte Schwarz-Weiß-Trennung, um Verunreinigungen zu vermeiden, seien nicht erfüllt. Nun könnte es auf eine Standortveränderung hinauslaufen.

Für Stadtbrandinspektor Christian Nolte ist klar, wohin die Reise gehen soll. Er hält wenig davon, den Altstandort zu ertüchtigen. Das sei teuer, bringe nicht die gewünschte zukunftssichere Lösung „und man hat am Ende immer noch einen Altbau“, sagte er. Einen Neubau oder auch die angedachte Umnutzung der Pliete-Halle sei aus Feuerwehrsicht eindeutig zu favorisieren. Die Anreise für die Feuerwehrmänner verlängere sich zwar um etwa eine Minute, aber dafür „sind wir auch ganz schnell von dort weg“, wenn es zum Einsatz gehe. Bislang müsse die Wehr mit ihren Großfahrzeugen immer durch das Nadelöhr Venneweg/Schlesierring und die angrenzenden Wohngebiete. Nolte: „Wenn wir direkt über die Bahnhofstraße anfahren, ist das viel sicherer.“ Auch die nördlichen Stadtgebiete seien schnell zu erreichen, wenn die Verlängerung der Schildarpstraße (K 44n) fertig und an die B 525 angebunden sei. Aus seiner Sicht biete ein Investorenmodell die größtmögliche Planungs- und Kostensicherheit. „Und es könnte schnell gehen“, sagt Nolte. Er hofft auf eine Realisierung in 2018.

Auf diesen Zeitpunkt mochte sich Kerkhoff noch nicht festlegen. „Aber wir sollten 2017 zumindest entscheiden, was wir wollen und wie wir vorgehen“, so der Verwaltungschef.

| Siehe auch Kommentar "Abschied vom Venneweg" in der Freitagsausgabe unserer Zeitung

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4444489?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker