19-Jähriger aus Gescher steht vor Gericht
Mädchen geschlagen und vergewaltigt?

Gescher/Borken (emk). Vergewaltigung und Körperverletzung werden einem 19-jährigen Gescheraner vorgeworfen. Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Borken fällte nach siebenstündiger Verhandlung noch kein Urteil, da der Vorsitzende noch weitere Zeugen vorladen möchte, um das Verhältnis des Angeklagten zur 17-jährigen Geschädigten aus Kleve zu klären.

Freitag, 27.01.2017, 21:28 Uhr

Am 11. April 2015 soll der Angeklagte das Mädchen in seinem Elternhaus in Gescher geschlagen und vergewaltigt haben. Der junge Mann weist diese Anschuldigung weit von sich. Zur Anzeige kam es allerdings erst am 13. Mai 2016, als die Geschädigte im Rahmen einer Anzeige des Angeklagten zur Vernehmung bei der Polizei erschien. Der Angeklagte hatte sie und ihren neuen Freund wegen Beleidigung angezeigt. „Bei der Vernehmung ist mir das mit der Vergewaltigung so rausgerutscht. Ich wollte das gar nicht“, ergänzte die Geschädigte im Zeugenstand.

Schon im Vorfeld gab es eine Anzeige wegen Stalking gegen den Angeklagten, die sie am 6. Juni 2015 eingereicht hatte.

Die Schülerin aus Kleve und der ausgebildete Metallbearbeiter aus Gescher waren seit Oktober 2014 ein Paar. Im Januar machte der Beschuldigte mit dem drei Jahre jüngeren Mädchen per WhatsApp Schluss, weil er ihr vorwarf, sie sei fremdgegangen. Bis dahin hat die junge Frau die dreistündige Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Kleve nach Gescher mindestens jedes zweite Wochenende auf sich genommen. Am Anfang sei sie noch Jungfrau gewesen. Mit ihrem Einverständnis sei es im Dezember 2014 zum ersten Verkehr gekommen in seinem Elternhaus in Gescher. Beide bezeichneten die Beziehung als gut, ohne Ausfälle von Gewalt.

Sie sei „blind vor Liebe“ gewesen, so die Geschädigte, deswegen habe sie immer wieder den Kontakt zu ihm gesucht. Über virtuelle Spiele, per Telefon und per WhatsApp hielten sie Kontakt. Im März sei sie wieder in Gescher gewesen, wenige Tage vor seinem Geburtstag.

Die Ex-Freundin beharrte auf dem 11. 4. 2015, an dem die Tat passiert sein soll. Genau schilderte sie den Ablauf der Vergewaltigung im elterlichen Haus. Danach habe er sie vor die Tür gesetzt. Sie habe ihre Mutter angerufen, um sie abzuholen. Ihrer Mutter hat das Mädchen erst Tage später davon erzählt, gab die Mutter im Zeugenstand an. Eine Anzeige habe ihre Tochter abgelehnt.

Erst im Oktober 2015 sei sich das Ex-Paar zufällig im Movie Park in Bottrop begegnet. Die Geschädigte und der Angeklagte schilderten das Treffen sehr unterschiedlich. Um das zu klären, setzte der Richter einen 2. Verhandlungstermin mit Zeugen des Bottroper Treffens für den 9. 2. im Amtsgericht in Borken an.

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