Pankratius-Schule zieht 2018 um / Stadt plant 1,2 Millionen Euro ein / Gutachten wirft Fragen auf
„Fahrplan“ für Sanierung steht

Gescher. 1,2 Millionen Euro sind im Haushalt für die Sanierung der Pankratius-Schule eingeplant. Bis zum Jahresende soll der beauftragte Architekt ein Sanierungskonzept vorlegen. Der weitere „Fahrplan“ wurde am Mittwoch vom Rat mit großer Mehrheit beschlossen. Demnach wird kurzfristig der Auftrag für die Herrichtung des Klassentraktes II im Schulzentrum veranlasst. Kosten: 331 000 Euro. Hierhin wird die Pankratius-Schule umziehen – ein möglicher Termin seien die Osterferien 2018, so Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Zu rechnen sei mit einer Bauzeit von neun bis zwölf Monaten, sodass der „Rückumzug“ in das sanierte Gebäude frühestens Weihnachten 2018, ansonsten zu Ostern 2019 erfolgen könne. Schulleiterin Birgit Knauer zeigte sich gestern zufrieden: Sie freue sich, dass die Sanierung endlich angepackt werde. Auch die temporäre Unterbringung im Schulzentrum sehe sie „sehr positiv“. Skeptisch sei sie allerdings, ob der beschriebene Zeitrahmen realistisch sei.

Freitag, 24.11.2017, 06:57 Uhr

Pankratius-Schule zieht 2018 um / Stadt plant 1,2 Millionen Euro ein / Gutachten wirft Fragen auf: „Fahrplan“ für Sanierung steht
Noch tummeln sich die Kinder auf dem Schulhof der Pankratius-Schule. Wenn das Gebäude saniert wird, werden die Grundschüler ihre Pausen am Schulzentrum Borkener Damm verbringen. Geplanter Umzugstermin ist Ostern 2018. Foto: az

Im Rat erkundigte sich die Mutter eines Pankratius-Schülers nach dem Stand der Dinge. Kerkhoff skizzierte die Vorgehensweise und ging auch auf das Thema Schadstoffbelastungen ein. Hier hatte ein von FDP-Vertretern veranlasstes Gutachten eine Belastung von Fugenmaterial mit PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) zu Tage gefördert (wie berichtet). Daraufhin hatte die Verwaltung die Aula gesperrt und Raumluftmessungen veranlasst. Die Ergebnisse sollen Ende nächster Woche vorliegen. Kerkhoff hinterfragte die Umstände, wie dieses Gutachten zustande gekommen war und wunderte sich, dass es erst vier Wochen nach der Erstellung der Verwaltung bekanntgemacht worden sei. Auch habe er trotz Anfrage von der FDP keine Auskunft bekommen, wo genau diese Proben entnommen worden seien. Diese Antwort gab es auch in der Ratssitzung nicht. Anliegen der Verwaltung sei es weiterhin, einen umfassenden Gesundheitsschutz der Kinder zu gewährleisten und eine schnellstmögliche Sanierung des Gebäudes in die Wege zu leiten.

Vor diesem Hintergrund gab der Rat grünes Licht für eine Investition am Schulzentrum. Hier sollen am Trakt II (Hauptschule) Fenster und Türen ausgetauscht und ein außenliegender Sonnenschutz angebracht werden. Diese Investition war 2018 sowieso vorgesehen, weil die Oberstufe der Gesamtschule diese Räume nutzen soll, und wird nun lediglich vorgezogen. Unstreitig ist auch, dass die Schulsanierung in einem Bauabschnitt erfolgen wird.

SPD-Sprecher Ansgar Heming erklärte sich mit der Vorgehensweise einverstanden, verlangte aber eine Änderung. „Wir müssen alle Schulen in den Blick nehmen“, meinte er. Er wollte die endgültige Entscheidung erst im Rahmen der Haushaltsberatungen und nach Kenntnis der Investitionsbedarfe an allen städtischen Schulen treffen. Nach einigem Hin und Her lehnte der Rat diese Änderung bei zehn Ja-Stimmen ab und folgte den Beschlussvorschlägen der Verwaltung.

Schulleiterin Birgit Knauer hält die vorläufige Sperrung der Aula für richtig und sieht die Übergangslösung im Schulzentrum positiv. „Das wird im Betrieb gut laufen und bietet auch Chancen“, meinte sie mit Blick auf die mögliche Nutzung von Fachräumen. Ob die angesetzte Summe für eine Kernsanierung des Schulgebäudes reiche, müsse sich zeigen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5309092?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker