Gescher
„Ein Pferd ist kein Kuscheltier“

Gescher. „Harmonie mit sich selbst und mit anderen zu finden ist wichtig. Anders funktioniert das Leben nicht.“ Solche Sätze hat Wolfgang Gnesner nicht angelesen oder „abgekupfert“. Für ihn sind sie Essenz und Ansatzpunkt seiner dreißigjährigen Arbeit mit Pferden. Und was im Umgang mit den edlen Vierbeinern gilt, das ist auch auf das Leben allgemein und die Interaktion mit kleinen und großen Menschen anwendbar.

Samstag, 14.04.2018, 11:42 Uhr

Gescher: „Ein Pferd ist kein Kuscheltier“
Wolfgang Gnesner bei der Arbeit mit einem Pferd. Foto: Helene Wentker

Der Mann, der als anerkannter Pferdetherapeut selbst die schwierigsten Tiere „auf Kurs“ bringt und gefährliche Situationen entschärft, kennt die zentrale Frage, um die es geht: „Wer ist der Chef?“ Denn ein Pferd, sagt der 59-Jährige, sei ein Herdentier, das geführt werden wolle. Biete ihm sein Besitzer keine Führungsqualitäten an, übernehme das Tier den Chefposten. Und dann, fährt Gnesner fort, „wird´s gefährlich.“ Schmal sei der Grat – in jeder Erziehung – zwischen zu großer Dominanz („das löst Angst aus“) und „luschigem“ Verhalten („führt dazu, dass das Gegenüber einen nicht ernst nimmt“). Für Wolfgang Gnesner werden solche Strukturen schnell sichtbar, wenn er einen Pferdebesitzer sein Tier führen lässt: „Der Dominante schiebt das Tier seitlich und verunsichert es. Den Unsicheren drängt umgekehrt das Pferd ab. Der Sichere aber geht gelassen geradeaus.“

Und deshalb arbeitet der Pferdetherapeut nicht nur mit den Tieren, sondern wirkt auch auf den Besitzer ein, bringt ihn zu neuen Denkstrukturen, die da lauten: „Ich bin der Chef. Ich pass auf dich, mein Pferd, auf. Du tust, was ich möchte, und ich verspreche dir, dass dir nichts passiert.“ Eine solche Überzeugung, so Gnesner, dürfe man nicht aus purer Verzweiflung anwenden, sondern aus tiefer Überzeugung. Denn ein Pferd müsse verstehen, was es soll und was nicht. Und dieses Verständnis erreiche man nicht durch Vermenschlichung und Kuscheltier-Gebaren.

Abwechslungsreich war der berufliche Weg des Pferdetherapeuten, bis er zu seiner heutigen Bestimmung fand: So reist Gnesner auf Höfe und zu Pferdebesitzern, wenn er gerufen wird, und arbeitet therapeutisch mit Tier – und Mensch. Sein Ruf ist inzwischen international. Auch Beziehungen zum Fernsehen unterhält er. 2017 hatte er eigene Sendungen, derzeit wird er häufig gerufen, wenn ein Pferdeexperte gefragt ist.

Darüber hinaus setzt Gnesner seit 2016 „auf ein weiteres Pferd“: die Satireshow. In seinen Fachvorträgen fiel er durch Humor und lustige Sprüche auf. „Probier’s doch mal mit Satireauftritten“, riet man ihm. Gesagt, getan. Mit der Show „Das gestörte Verhältnis“ ist Gnesner auch 2018 wieder auf Tour. Und während seine Frau Rebecca für die Technik verantwortlich ist, agiert er auf der Bühne – inzwischen mit der 20. Show. Seine aktuelle Tour führt ihn nach Lüneburg, Bad Bentheim. Wuppertal, Solingen bis Würzburg.

Vor einem Jahr haben Gnesner, stolzer Papa von drei erwachsenen Kindern sowie des neunmonatigen Finlay, und seine junge Frau Rebecca eine weitere Liebe entdeckt: zu Gescher.

Sie zogen in eine großzügige, gemütliche Wohnung auf Brinkmann´s Hof und sagen von der Glockenstadt: „Sie ist als sehr schön bekannt. Gescher hat an Geschäften und Angeboten alles, was man zu einem guten Leben braucht. Die Autobahnanbindung ist ideal. Wir leben hier einfach wunderbar und fühlen uns sauwohl...“

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