Gescher
„Lernen im Leben“ war angesagt

Gescher. Kurz vor den Sommerferien veranstaltete ein Orga-Team um Lehrer Philipp Ottmann, Abteilungsleiter der 8. - 10. Klassen der Gesamtschule Gescher, ein ungewöhnliches Projekt für die älteste Klassenstufe der heranwachsenden Schule. „150 Schüler der neunten Jahrgangsstufe sind vier Tage unterwegs gewesen. Es geht in diesem Projekt um die Selbsterprobung und um das Lernen im Leben. Sie mussten sich während dieser Projekttage um alles selber kümmern, um die Route, um die Übernachtung und um die Verpflegung“, so Ottmann. In Gruppen von vier bis sechs Schülern haben sie, begleitet von Lehramtsanwärtern, ihre Projekttage intensiv vorbereitet.

Dienstag, 10.07.2018, 12:12 Uhr

Gescher: „Lernen im Leben“ war angesagt
Mika Büger (M.) und Ayman Hammond (li.) waren zu dritt mit Begleiter und zwei Bollerwagen unterwegs von Tür zu Tür. Fotos: emk Foto: az

Neele Hovestadt zog mit drei weiteren Schülerinnen und der Begleiterin Juliane Gertges, Sportstudentin aus Münster, von Reiterhof zu Reiterhof. Dafür hatten sie Shetland-Pony-Stuten vom Reiterhof von Bernhard Becks aus Horstmar ausgeliehen. „An manchen Tagen sind wir knapp 30 Kilometer gelaufen, an anderen nur sieben bis zehn. Die Ponys konnten noch, aber wir hatten Blasen an den Füßen“, so Neele. Auf den Reiterhöfen rund um Gescher haben sie mitgeholfen, dort übernachtet oder wurden verköstigt. „Auch für uns macht das Sinn, so etwas zu begleiten“, ergänzte Gertges.

Jeder Schüler hatte 50 Euro für diese Tage von den Eltern mitbekommen, mit denen sie auskommen mussten, und einen Ausweis als Beleg für das Projekt. Mika Büger und Ayman Hammoud hatten sich mit ihrer Gruppe zum Ziel gesetzt, möglichst viel von dem Geld wieder mitzubringen. Das haben sie auch weitgehend geschafft. Mit zwei Bollerwagen, Zelt und Proviant für den ersten Tag zogen sie von Tür zu Tür, baten um Übernachtungsmöglichkeit oder um Lebensmittel. Von Gescher ging es erst nach Vreden, über Alstätte, Wessum, Ahaus, Wüllen wieder zurück nach Gescher. „Wir können jetzt Wohnungslose besser verstehen. Wir hatten wenigstens einen Guide dabei. Ein Wohnungsloser hat das nicht“, berichtete Mike von durchweg positiven Reaktionen der Hausbewohner. „Wie wertvoll das ist, was wir haben, habe ich erst in diesen Tagen gemerkt“, ergänzte Ayman.

Andere fuhren mit dem Kanu auf der Lippe, überwanden ihre Höhenangst beim Besuch des Kölner Doms, waren mit den Fahrrädern von Bauernhof zu Bauernhof unterwegs oder besuchten und nutzten die Werkstätten des Berufskollegs für Technik, um in handwerkliche Berufe reinzuschnuppern. Schulleiter Bernhard Manemann und Christina Gerwing, Beratungslehrerin der 8. - 10. Jahrgänge, freuten sich darüber, dass alle heil wiedergekommen sind. „Die Schüler kamen freudestrahlend wieder. Das werden wir wiederholen“, so Gerwing.

7 Das Projekt wurde unterstützt durch den Lionsclub Hamaland, den Förderverein der Gesamtschule Gescher und das Berufskolleg für Technik Ahaus.

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