Gescher
„Von der Versorgung zur Verführung“

Gescher. „Von der Versorgung zur Verführung“: Ein solches Umdenken fordert André Roitzsch von Händlern und Unternehmern – besonders in der Innenstadt. „Nur Ware in Regale legen reicht nicht“, bringt es der Referent, der bei der Firma Shopmacher beschäftigt ist, auf den Punkt.

Samstag, 13.10.2018, 13:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 16:39 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 13:50 Uhr
Gescher: „Von der Versorgung zur Verführung“
Zur vierten denk.Bar, diesmal im Getränkegroßhandel Seifer, luden am Donnerstagabend gemeinsam (v.l. erste Reihe) Hendrik und Johannes Seifer, Bürgermeister Thomas Kerkhoff sowie Christina Bahr von der Stadt Gescher ein. Erster Referent des Abends war Alexander Roitzsch (1. Reihe ganz r.), der zur „Digitalisierung des städtischen Handels“ sprach. Foto: Helene Wentker

Im Rahmen der vierten „denk.Bar – Stadt trifft Wirtschaft“, zu der als Gastgeber Bürgermeister Thomas Kerkhoff und Johannes Seifer am Donnerstagabend über siebzig Teilnehmer im Getränkegroßhandel Seifer begrüßen konnten, brachte Roitzsch den Gästen die „Digitalisierung des städtischen Handels“ näher. Eine seiner Zauberformeln lautet „Story telling“. Interessante Produkte und Mehrwerte machten die City interessant, zögen Kunden an, lautet Roitzschs Credo. Solche Mehrwerte könnten freie Parkplätze ebenso sein wie in Geschäften eine Logistik, die Kunden das Schlangestehen erspart, oder (Produkt)beratungen nach Terminvereinbarung. Es komme darauf an, „den Käufern in den Geschäften etwas anzubieten, das über das Internet-Angebot hinausgeht“, so Roitzsch. Denkbar sei da, das eigene Produktsortiment so zu verändern, dass es mit dem Netz nicht (mehr) vergleichbar sei. Der Weg zu diesem Ziel sei von Händler zu Händler unterschiedlich, führe aber vor allem über einen guten Service, so Roitzsch am Rande der Veranstaltung.

Deren Intention hatte Bürgermeister Kerkhoff eingangs unterstrichen: „Mit anderen ins Gespräch kommen, zeigen, was Gescher alles kann und welch tolle Unternehmer wir haben.“

Ein Beispiel Gescheraner Unternehmertums gab Johannes Seifer mit seinem Angebot, die 4. denk.Bar unter dem nicht zufälligen Motto „Beer and Bytes“ in der Lagerhalle seiner Firma auszurichten: „Kommen Se rein“, begrüßte er munter die zahlreichen Gäste und führte diese anschließend über das weitläufige Firmengelände. Dabei erfuhren die Teilnehmer so manches über den Getränkegroßhandel Seifer, der seit 35 Jahren am Standort Porschestraße agiert.

Das Unternehmen, das Großvater Johannes Seifer sen. 1954 als Eierhandel und später als Getränkehandel, anfangs noch mit Pferdefuhrwerken, begann, zählt heute 50 Mitarbeiter.

Um die Logistik zu verbessern habe man das komplette Lager umgebaut; die Digitalisierung folgte als nächster Schritt. Nicht nur solche Rahmendaten erfuhren die Besucher beim Rundgang über das 15 000 Quadratmeter große Gelände vom Block- bis zum Eventlager.

Über 2000 Artikel habe man auf Lager. Angefahren würden „alle bekannten Hersteller“, rund 50 an der Zahl. Dies berichtete Seifer einer aufmerksamen Zuhörerschaft ebenso wie er zum Beispiel auf die „Renaissance des Glases“ verwies. „Weg vom Plastik“ sei heute angesagt.

Auch eine alte Regel, an die sich Vater Helmut Seifer hält, verriet der Sohn auf die Frage, wann Bier ungenießbar werde: „Wenn sich Flocken zeigen, ist es nicht mehr lecker.“ Aber natürlich werde der edle Gerstensaft generell aus dem Verkehr gezogen, sobald das Verfalldatum erreicht sei. Bruder und Braumeister Hendrik Seifer vermittelte den Gästen anschließend Impressionen aus der Bierwelt. Ganz zuletzt stellte Referent Alexander Bogdanow von Omnia5 mit dem Thema „Mein Stadtgutschein“ Trends aus dem digitalen Handel vor.

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