Gescher
Immer klare Botschaften vermitteln

Gescher. „Sancho“ heißt der dunkle Wallach von Wolfgang Gnesner. Der imposante Hannoveraner steht ruhig im Aktivstall Börger in Tungerloh-Capellen. Ihm gegenüber warten sechs Mitarbeiter der Firma Solid.Box (Ahaus) gespannt darauf, was sie erwartet. Wolfgang Gnesner erklärt, worum es geht: „Pferde spiegeln sofort das wider, was ich ausstrahle“, sagt der Gescheraner. Deshalb sei die Arbeit mit Pferden ideal, um das eigene Verhalten und den Umgang mit anderen zu reflektieren und zu optimieren. Ganz wichtig für Führungskräfte. In Deutschland war Gnesner vor Jahren der erste, der das Personalcoaching mit Pferden angeboten hat. „In den USA ist diese Methode bekannter“, weiß der 59-Jährige, der sich als Pferdetherapeut einen Namen gemacht hat. Aber auch mit Menschen arbeitet er gern.

Sonntag, 11.11.2018, 14:07 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 20:23 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.11.2018, 14:07 Uhr
Gescher: Immer klare Botschaften vermitteln
Respekt: Mit klarer Körpersprache veranlasst Henrik Hassels den Hannoveraner „Sancho“, einige Schritte rückwärts zu gehen. Foto: az

Vorsichtig nehmen die Coaching-Teilnehmer Kontakt zu „Sancho“ auf. Anka Ter Veen und Maria Prinz streicheln dem Pferd die Nüstern. „Da hat man schon Respekt“, finden die Mitarbeiterinnen der jungen Ahauser Firma, die Komplettlösungen für den Wohnungsbau anbietet. Pferdesportler sind sie alle nicht.

Bei der ersten Aufgabe geht es um Respekt und Vertrauen. Gnesner zeigt, wie er das meint, und greift zur Leine. Dann geht er mit Körperspannung auf den Wallach zu, fordert ihn auf, rückwärts zu gehen. Einmal an der Leine gezuckelt, schon macht Sancho einige Schritte zurück. Er beweist Respekt. Dann geht es in die andere Richtung – das Pferd folgt ohne besondere Kommandos. Es vertraut.

Dann sind die Mitarbeiter an der Reihe. Henrik Hassels geht couragiert auf Sancho zu, das Pferde reagiert wie gewünscht, folgt auch. Beim zweiten Mal ist „Sancho“ etwas unmotivierter, bleibt stehen. „Nicht nachlassen. Ein Pferd reagiert immer auf das, was ich jetzt mache, nicht auf das, was vorher war“, rät Gnesner. Es gehe darum, klare Botschaften zu vermitteln – dem Pferd gegenüber, aber natürlich auch im Berufsleben.

Hermann Stegink, Entwickler bei Solid.Box, sieht die ganze Aktion eher als teambildende Maßnahme. „Wir sind ein junges Team und möchten was Nettes zusammen machen“, erläutert er. Durch einen persönlichen Kontakt sei die Idee zum Coaching mit Pferden zustande gekommen. „Das ist originell“, findet er.

Die zweite Aufgabe ist deutlich anspruchsvoller. Im Round-Pen, ein eingezäunter Rundplatz, lässt Gnesner den Friesen „Pyt“ im Kreis laufen. Mit einem ausgestreckten Arm samt Seil veranlasst der Experte das Pferd zu einem Richtungswechsel und lässt es nach einigen weiteren Runden auf sich zukommen. „Auch hier ist Körpersprache wichtig. Die Botschaften müssen ankommen“, verdeutlicht Gnesner. Der Reihe nach versuchen die Solid.Box-Mitarbeiter, was Gnesner vorgemacht hat – im zweiten oder dritten Anlauf klappt es meist.

Drei oder vier Coachings dieser Art macht Gnesner, der mit seiner Familie in Harwick lebt, jedes Jahr. Das unverfälschte Feedback, das Pferde den Teilnehmern bei diesen Übungen gäben, sei das zentrale Element. Stegink und seine Kollegen sind begeistert: „Das hat richtig Spaß gemacht“, findet er. Und nimmt sich vor, auch im Job auf eine klare Körpersprache zu achten.

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