Gescher
„Für Schwangere in Not kämpfen“

Gescher. „Für Schwangere in Not kämpfen“: Unter diesem Motto ist am kommenden Montag um 18.30 Uhr ein Schweigemarsch geplant. Über Ziel und Absichten dieser Aktion sprach mit Edeltraud Ening als Initiatorin unser Redaktionsmitglied Helene Wentker.

Freitag, 11.01.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 07:12 Uhr
Gescher: „Für Schwangere in Not kämpfen“
Edeltraud Ening Foto: Archiv

Warum planen Sie und Ihre Mitstreiter(innen) am kommenden Montag einen Schweigemarsch?

Edeltraud Ening: Wir möchten damit ein Zeichen setzen gegen die Entscheidung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Bocholt, die Beratung schwangerer Frauen in Gescher aufzugeben. Seit einigen Wochen müssen Betroffene sich einen Termin in Bocholt geben lassen und zur Beratung mit dem Bus nach Borken fahren (unsere Zeitung berichtete, Anm. d. Red.) Dagegen protestieren wir – sehr leise: Ungeborene schreien auch nicht. Aber diese Schweigemärsche sollen an drei aufeinander folgenden Montagen fortgesetzt werden. Dann werden wir die Reaktion abwarten und uns ansonsten in Richtung Münster begeben und den Kontakt zu Bischof Dr. Felix Genn suchen. Wir haben auch Unterschriftenlisten gegen diese SkF-Entscheidung gedruckt, die zunächst im Kaufhaus No 10 sowie im Babykorb ausliegen werden. Eventuell werden sie ab der kommenden Woche auch in den Kindergärten ausgelegt. Darüber hinaus haben wir auf Handzetteln die Fakten erklärt und die Schwangerschaftsberatung vorgestellt.

Wie wird der Schwiegemarsch ablaufen?

Ening: Wir treffen uns vor dem Babykorb im Hense-Gebäude. Der kurze Marsch führt um die Pankratius-Kirche herum und endet in der Kirche, wo ich eine kurze Fürbitte sprechen werde. Danach werde ich draußen Rede und Antwort stehen für alle, die Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema haben.

Wer ist eingeladen mitzugehen?

Ening: Alle, die sich mit unserem Anliegen für die Schwangerenberatung identifizieren können. Wir haben dieses Vorhaben auch über soziale Medien kommuniziert. Die Resonanz ist groß. Wir haben viele Nachrichten und Zuspruch erhalten; Unterstützung wurde zugesagt.

Welche Wirkung auf den SkF versprechen oder erhoffen Sie sich?

Ening: Wir wissen, dass alles, was in Gescher diesbezüglich zurzeit passiert, nach Borken und Bocholt rüberschwappt. Und dass diese Vorgänge auch in Münster bekannt sind. Pfarrer Wenning wurde daraufhin vom SkF zur Eröffnung des Beratungsbüros in Borken geladen. Doch unser Ziel ist ja, die Beratungsmöglichkeit in Gescher zu behalten. Alle Kosten dafür hat bekanntlich die Pfarrei getragen.

Warum setzen Sie persönlich sich so nachdrücklich für dieses Thema ein?

Ening: Ich kann nicht herumsitzen und nichts tun. Es macht mich sehr unzufrieden, dass in der Kirche eine solche Macht ausgeübt wird, ohne an die Menschen zu denken, um die es geht.

Ihr Ziel ist?

Ening: Wenn der SkF nicht auf sein bischöfliches Beratungsmonopol für den Südkreis Borken bestünde, wäre alles gewonnen.

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