Gescher
Post kommt weiterhin montags bis samstags

Gescher (js). Auf Fluten an Werbepost, die manchmal im Briefkasten landen, wartet niemand. Andere Schreiben sind wichtig und dulden keinen Aufschub. Dann ist es ärgerlich, wenn diese Briefe verspätet ankommen – oder gar nicht. Genau diese Erfahrung hat Patrycja Häusler (32) in der Vorweihnachtszeit in Gescher gemacht. Da seien bestellte Konzertkarten und Behördenschreiben nicht ordnungsgemäß zugestellt worden. Vom Postboten habe sie die Auskunft erhalten, dass Briefsendungen – mit Blick auf die vielen Paketsendungen vor Weihnachten – nur noch jeden zweiten Tag zugestellt würden. „Diese Aussage ist definitiv falsch“, stellte Rainer Ernzer von der Pressestelle der Deutschen Post AG in Düsseldorf auf Nachfrage unserer Zeitung klar. Die Post werde deutschlandweit von Montag bis Samstag verteilt, daran habe sich nichts geändert.

Sonntag, 13.01.2019, 17:27 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 06:18 Uhr
Gescher: Post kommt weiterhin montags bis samstags
Gerade vor Weihnachten hatten die Postzusteller alle Hände voll zu tun. Eine Gescheranerin ärgert sich darüber, dass mehrere korrekt adressierte Schreiben nicht ordnungsgemäß zugestellt wurden. Foto: Deutsche Post AG

„An sich sind wir, mein Lebensgefährte und ich, mit der Postzustellung zufrieden“, sagt Patrycja Häusler, die seit 2016 in Gescher am Drosselweg wohnt. Aber im Dezember habe sie andere Erfahrungen gemacht. Bestellte Konzertkarten seien am 4. Dezember versandt worden, aber nicht angekommen. Vom Anbieter habe sie am 17. Dezember per E-Mail die Rückmeldung bekommen, dass der Brief mit dem Hinweis „unter dieser Adresse keine Zustellmöglichkeit“ zurückgekommen sei. Im zweiten Anlauf seien die Karten dann angekommen. Ähnliches sei ihrem Lebensgefährten widerfahren: Er habe von seinem Anwalt erfahren, dass vergeblich versucht worden sei, ihn postalisch zu erreichen. In diesem Fall sei es um einen wichtigen Gutachter-Termin gegangen. Häusler wundert sich: „Wieso kommt Post an einem gut sichtbaren und zugänglichen Briefkasten mit Namensbeschriftung nicht an?“ Ob ihre Nachbarn ähnliche Erfahrungen gemacht hätten, sei ihr nicht bekannt.

Rainer Ernzer verweist auf die besondere Situation vor Weihnachten: Mit über 63 Millionen Briefen und elf Millionen Paketen am Tag

„stoßen wir an unsere Grenzen“, obwohl zusätzliches Personal und Fahrzeuge eingesetzt worden seien. Dass es beim „Massengeschäft“ Briefpost in Einzelfällen zu Fehlern komme, lasse sich nicht vermeiden. Wenn das im Fall der Kundin in Gescher so gewesen sei, „entschuldigen wir uns dafür“. Fakt sei, dass ein Brief in Deutschland im Regelfall am Folgetag im Briefkasten des Empfängers stecke. Ausnahmen könne es durch krankheitsbedingte Personalengpässe oder in den Dezemberwochen geben: Durch die hohe Brief- und Paketezahl könne es sein, dass ein Zusteller innerhalb von zehn Arbeitsstunden in seinem Bezirk nicht ganz durchkomme – dann werde einen Tag später zugestellt.

Falsch sei auch, dass montags keine Post komme. Vielmehr gebe es seit einigen Jahren die Regelung, dass montags keine Werbebriefe ausgetragen würden – alles andere lande beim Empfänger. „Deshalb sind es montags oft unter 100 Briefe pro Zusteller, an normalen Tagen dagegen 1500 pro Zusteller“, erläutert Ernzer.

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