Gescher
Die stillen Helfer des Karnevals

Gescher. Die gute Stube hatte es nötig. Der Gelsenkirchener Barock war in die Jahre gekommen; die Teppiche müffelten nach langem Gebrauch. So richtig wohl fühlte sich kaum noch einer im Versammlungsraum der Karnevalshalle an der Rauschenburg, die mittlerweile auch schon ihr Zehnjähriges feiert. Da spuckten die Handwerker im Verein, die sich ehrenamtlich zum fünfzehnköpfigen Hallenteam zusammengeschlossen haben, in die Hände, und begannen mit ihrer Verschönerungsaktion: Die alten Möbel verschwanden, die lange Sitzbank wurde neu bezogen; ein Unternehmen spendierte gut erhaltene Ledersessel, Tische dazu folgen. Für kleines Geld erwarben die Stadtkarnevalisten eine gebrauchte „neue“ Küche, die das Team unter Leitung des Hallenbeauftragten Ralf Paschert ebenfalls einbaute. Richtig schick ist das alles geworden. Die 15 Karnevalisten im Hintergrund sind rundum zufrieden mit ihrem Einsatz an jedem zweiten Donnerstag im Monat: „Andere spielen in ihrer Freizeit Fußball. Wir arbeiten“, lacht Günter Kemna. Auch Theo Heisterkamp als Präsident der Stadtkarnevalisten zeigt sich über solch ehrenamtliches Engagement im Hintergrund hocherfreut: „Da ist eine gute Dynamik entstanden: Gemeinsam wird gearbeitet, und danach wird’s gemütlich mit Grillwurst und Getränk.“ Dass diese Handwerker mit ihren Einsätzen zur Wertsteigerung und Pflege der Halle beitragen, steht für Heisterkamp außer Frage.

Samstag, 19.01.2019, 14:12 Uhr aktualisiert: 19.01.2019, 17:24 Uhr
Gescher: Die stillen Helfer des Karnevals
Mitglieder des fünfzehnköpfigen Hallenteams, hier zusammen mit dem Präsidenten Theo Heisterkamp (r. knieend), engagieren sich ehrenamtlich, indem sie regelmäßig Verschönerungs- und Ausbauarbeiten an der Halle der Stadtkarnevalisten an der Rauschenburg vornehmen. Foto: Helene Wentker

Auch das nächste Projekt, das sich die Männer für 2019 auf ihre Fahnen geschrieben haben, ist von großer Bedeutung für die Karnevalisten. Denn im Tanzraum, dem Übungszentrum für die Tanzgarden, werden Schallschutz- und Entlüftungsmaßnahmen getroffen mit dem Ziel, die Fenster dann künftig geschlossen halten zu können. Darüber, das weiß Heisterkamp, werden sich vor allem die Nachbarn freuen. Denn wenn die Kinder ab 17 und die Erwachsenen ab 20 Uhr das Tanzen übten, gehe das nicht immer geräuschlos ab: „Da versuchen wir, eine Lösung für alle zu finden“.

Wieviel Arbeit Ehrenamtliche im Hintergrund des Karnevals leisten, ahnten die meisten Bürger nicht, fährt der Präsident fort: „Wir ziehen zwar das größte Volksfest in Gescher auf, aber wir sind leider nicht der größte Verein“. Daher sei das hohe freiwillige Engagement ebenso verzichtbar wie Einnahmen – vor allem durch die Büttabende, die wiederum zuallererst den Umzug finanzierten. „Und die Auflagen und Kosten nehmen zu“, weiß Heisterkamp nur allzu gut. Daher wäre der Karneval ohne seine Helfer gar nicht „zu wuppen“.

Doch so wie das Vorgängerteam um Ludger Büger (+) und Ferdi Weever vor zehn Jahren die Einrichtung der neuen Halle stemmten, ist jetzt die nächste Generation am Zuge, um das Gebäude für die heutigen Erfordernisse und Standards fit zu halten bzw. zu machen.

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