Gescher
„Schwangere nehmen Beratung in Borken an“

Gescher. Die Verlagerung der wöchentlichen Sprechstunde der katholischen Schwangerschaftsberatung in Gescher durch den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Bocholt hat hohe Wellen geschlagen. Die Befürchtung, dass die Gescheraner Frauen das Beratungsangebot in Borken nicht annehmen, kann SkF-Geschäftsführerin Angelika Nordmann-Engin nicht bestätigen. Die Zahl der beratenen Schwangeren aus Gescher sei „bislang stabil, Tendenz steigend“.

Donnerstag, 24.01.2019, 19:43 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 09:51 Uhr

Möglicherweise seien die Gründe für die Konzentration der Beratungen auf Borken trotz etlicher Gespräche im Vorfeld nicht hinreichend deutlich geworden, erklärt Nordmann-Engin in einer Pressemitteilung. Mit drei Beraterinnen auf zwei Vollzeitstellen decke der SkF die Schwangerschaftsberatung im gesamten Südkreis Borken ab. Bei insgesamt steigenden Beratungszahlen sei die Nachfrage in Borken nicht mehr zu bewältigen gewesen. In dieser Situation sei der Zeitaufwand für die Fahrten von Bocholt nach Gescher angesichts der Beratungszahlen dort nicht mehr zu rechtfertigen gewesen.

Dies bestätigt die für die Schwangerschaftsberatung beim Diözesancaritasverband Münster zuständige Referentin Anne Ruhe: „Für etwa 50 Beratungen im Jahr kann keine eigene Sprechstunde angeboten werden“. Die Schwangerschaftsberatung sei regional und nicht ortsgebunden. Also könnten Beraterinnen nicht in jeder Kommune vor Ort sein.

Dass ist auch im Südkreis Borken nicht der Fall. Nordmann-Engin verweist darauf, dass auch Frauen aus den ähnlich weit entfernten Orten Reken oder Velen in die Kreisstadt kommen müssen. Dabei sei die Verkehrsanbindung von dort schlechter. Von Gescher gebe es mit der R 51 eine stündliche Busverbindung und die Haltestelle in Borken sei nur wenige Meter von der Beratungsstelle entfernt.

Bislang habe keine beratene Frau aus Gescher sich kritisch dazu geäußert, im Gegenteil empfänden einige die Diskretion, die die Beratung hier biete, als Vorteil. In Borken sei die Beratungsstelle dienstags und donnerstags ganztägig geöffnet. Eine zeitliche Erweiterung sei angedacht, so Nordmann-Engin. Alle Beratungstermine würden seit jeher zentral über die SkF-Geschäftsstelle vereinbart.

Der Vorsitzende des Diözesancaritasverbandes, Domkapitular Josef Leenders, betont, dass es natürlich und weiterhin Anliegen sei, dass „jede schwangere Frau, die Hilfe benötigt, diese auch bekommt“. Wenn die Situation es erfordere, böten die Beraterinnen auch Hausbesuche an, so Angelika Nordmann-Engin.

Vor Weihnachten fand mit einer Delegation aus der Pfarrei St. Pankratius und St. Marien mit Pfarrer Wenning, der SkF-Vorsitzenden Elke Held und Angelika Nordmann-Engin ein Gespräch im Diözesancaritasverband Münster statt. Dabei sei ein weiteres Gespräch im neuen Jahr vereinbart worden. Der Domkapitular bedauert, dass dieses Angebot ausgeschlagen und stattdessen Schweigemärsche organisiert worden seien. Er sei aber nach wie vor bereit, mit allen Beteiligten vor Ort zu sprechen und biete an, dass Anne Ruhe und er am Montag nach Gescher kommen, um mit Vertretern der Pfarrgemeinde und Initiatoren der Schweigemärsche ein Gespräch zu führen.

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