Gescher
„Schwere Kost“ schmackhaft gemacht

Gescher. Was Erwachsene häufig als „schwere Kost“ sehen, gehen die Viertklässler der Gescherer Grundschulen und die Sechstklässler der Gesamtschule mit Offenheit, Ungezwungenheit und Leichtigkeit an. Das hat die begleitenden Lehrer der Klassen sowie Petra Exner und Michael Roters beeindruckt. Sie haben in der Kunsthalle Hense als Vertreter der Bürgerstiftung die Klassen in die Themenwelt und Schaffensweise von Otto Pankok geführt.

Sonntag, 27.01.2019, 18:12 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 12:38 Uhr
Gescher: „Schwere Kost“ schmackhaft gemacht
Als junge Experten (im Bild die Klasse 4b der Pankratius-Schule) haben die Schüler die Otto-Pankok-Ausstellung verlassen – einige mit dem Gedanken, mit ihren Eltern noch einmal zurückzukehren, um ihnen die Ausstellung zu zeigen. Die Kunsthalle Hense ist sonntags von 11 - 17 Uhr geöffnet (bis zum 10. Februar). Foto: az

Für sehr viele Schüler war es der erste Besuch einer Kunstausstellung. Zunächst erkundeten die Schüler die Ausstellung auf eigene Faust – verbunden mit dem Hinweis, insbesondere auf die Motive und Malweise der Werke von Otto Pankok zu achten. Um den Erfahrungsaustausch und Erkenntnisprozess eines jeden Schülers stärker im Auge zu haben und darauf eingehen zu können, wurde jede Klasse noch einmal geteilt.

In der ersten Gesprächsrunde berichteten die Schüler allgemein von ihren Eindrücken. Über den Austausch über die Themen und Malweise Pankoks näherten sie sich dem Besonderen des Künstlers. Diesen Prozess unterstützten zahlreiche Informationen, die die Vertreter der Bürgerstiftung einzuflechten und zu visualisieren wussten: Informationen zur Jugend Pankoks, die Anregungen und Unterstützung durch sein Elternhaus, sein Talent zu malen und zu zeichnen und sein sich Einsetzen für Arme, Unterdrückte und am Rande der Gesellschaft Stehende. Auch Pankoks prägende Erlebnisse im 1. Weltkrieg und in der Zeit des Nationalsozialismus wurden thematisiert.

Den Bezug zur Gegenwart vermochten die Schüler nun recht sicher herzustellen. Auf die Frage „Wofür würde sich Otto Pankok heute einsetzen?“ hatten sie schnell eine treffende Antwort.

Im weiteren Verlauf ihres Museumsbesuchs widmeten sich die Schüler dem Bild, vor dem die jeweilige Gruppe die meisten Kärtchen platziert hatte. Beim ersten Erkundungsgang hatten die Schüler auch die Aufgabe erhalten, ein Kärtchen vor das Kunstwerk zu legen, über das sie sprechen wollten oder das ihnen besonders gefiel oder missfiel. Dabei war interessant zu beobachten, dass manches Kärtchen seinen Platz des Öfteren wechselte. Bei allen Klassenführungen gab es keine eindeutigen Favoriten. Der Schwarz-Weiß-Kontrast der zahlreichen Kohlezeichnungen Pankoks, das Dunkle und Düstere vieler seiner Werke, seine Sichtweise von Landschaften und Menschen, die Ausdruckskraft der Gesichter, sein Mal- und Darstellungstalent wurde für alle Schüler erfahrbar.

Die Zeit sei wie im Fluge verstrichen, sie hätten viel über Otto Pankok erfahren – und interessant sei’s in der Kunsthalle gewesen, so lautete das lobende Fazit der Schüler in der letzten Gesprächsrunde. Die Vertreter der Bürgerstiftung, Exner und Roters, die insgesamt ca. 240 Lernende in je einer Doppelstunde begleiteten, waren bestens zufrieden: Motivierten, interessierten und fragenden Schülern eine nicht einfache Kunstausstellung näher gebracht zu haben, sei für sie ebenfalls „sehr motivierend“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6352821?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker