Gescher
Gescher soll „plastikarme Stadt“ werden

Gescher. Gescher soll sich auf den Weg zu einer „plastikarmen Stadt“ machen. Das fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag an den zuständigen Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt (ILU).

Mittwoch, 13.02.2019, 17:07 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 09:02 Uhr
Gescher: Gescher soll „plastikarme Stadt“ werden
Ein großer Teil des weltweit produzierten Plastiks landet nach oft sehr kurzer Nutzung im Müll und im Meer. Die SPD Gescher drängt darauf, dass bei diesem globalen Problem auch lokal gegengesteuert wird. Foto: az

In der Begründung verweisen die Sozialdemokraten darauf, dass die Belastung der Umwelt durch Plastikmüll ein stetig zunehmendes und globales Problem sei, dessen Folgen auf Dauer noch gar nicht absehbar seien. Mit 12,6 Millionen Tonnen jährlich erzeuge in Europa kein anderes Land so viel Plastikmüll wie Deutschland. Darin enthalten seien etwa 3,6 Milliarden Plastiktüten mit einer Gebrauchsdauer von etwa 25 Minuten – Tendenz steigend.

Die öffentliche Diskussion in der jüngeren Vergangenheit habe dazu geführt, dass sowohl die Europäische Union als auch die Bundesregierung erste Schritte unternähmen, um Plastikmüll zu reduzieren oder zu vermeiden. „Die SPD-Fraktion ist der Meinung, dass auch wir hier in Gescher unseren Beitrag zu einer plastikärmeren Zukunft leisten müssen“, meint SPD-Ratsherr Norbert Schulenkorf. Auch auf der lokalen Ebene gebe es genügend Handlungsfelder, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Stadt Gescher solle zum Beispiel bei Neuanschaffungen auf plastikfreie Alternativen setzen und auf Kunststoffprodukte, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt seien, gänzlich verzichten. Das gelte insbesondere auch für städtische Veranstaltungen, bei denen Einwegprodukte aus Plastik künftig tabu sein sollten.

Darüber hinaus fordert die SPD-Fraktion, dass die Stadt Gescher gemeinsam mit anderen Akteuren (Biologisches Zentrum, Schulen, Stadtmarketing, BUND etc.) Strategien entwickelt zur Vermeidung und Minimierung von Plastik im Stadtgebiet und Gewerbebetriebe und Vereine, aber auch Privathaushalte über Vermeidungsmöglichkeiten und die schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt informiert. „Es wäre schön, wenn wir hier im Kreis Borken in dieser Frage eine Vorreiterrolle übernehmen könnten und andere Kommunen sich unserer Initiative anschließen würden“, hofft SPD-Fraktionsmitglied Klaus Schonnebeck. Klar sei auch, dass der Weg in ein plastikfreies Zeitalter noch sehr lang sei – „und wir nur Erfolg haben, wenn wir ihn alle gemeinsam gehen“.

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