Gescher
Oft übersehen: Die neue Langsamkeit

Gescher. Viele finden die neu verordnete Langsamkeit auf der Hofstraße zwischen den Einmündungen Katharinenstraße und Hauskamp sowie auf der Hauskampstraße gut. Doch nur wenige halten sich an das Tempo-20-Limit. So lässt sich zusammenfassen, was Gescheraner über die Neuregelung denken und was sie im Alltag vor Ort beobachten.

Freitag, 15.02.2019, 18:44 Uhr aktualisiert: 17.02.2019, 10:55 Uhr
Gescher: Oft übersehen: Die neue Langsamkeit
Auch am Hauskamp halten sich viele Autofahrer (noch) nicht an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung. Foto: az

Begeistert von der drastischen Geschwindigkeitsbegrenzung sind verständlicherweise ältere Menschen, „motorisiert“ mit Rollatoren. Friedrich Gallus zum Beispiel lobt die Änderung und hat auch den Eindruck, „dass die Autofahrer seither langsamer unterwegs sind.“ Das kann Pauline Wegener allerdings nur „teils - teils“ bestätigen. Angetan von der neuen Tempo-20-Zone zeigt sich ein 63-jähriger Autofahrer mit Behinderung. „Ich hab das in der Gescherer Zeitung gelesen und mich sofort darauf eingestellt“, sagt er.

Das scheint allerdings den Wenigsten zu gelingen. Noch immer seien die Verkehrsteilnehmer auf Hof- und Hauskampstraße viel zu schnell unterwegs, kritisieren die meisten Befragten. Sie räumen aber ein, dass es schwer falle, die Neuregelung bewusst wahrzunehmen und umzusetzen.

Um eine messbare Temporeduzierung zu erreichen, möchte Paul Schlüter die Straßen noch deutlicher zurückgebaut sehen. „Die sollten einige Drempel setzen, dann funktioniert das automatisch mit Tempo 20“.

Theo Gödde und seine Mitarbeiterinnen begrüßen die neue Langsamkeit auf den beiden Straßen – besonders in Höhe des Rathauses und Marienquartier. „Es wird aber Zeit, dass das auch kontrolliert wird“, meint der Besitzer des gleichnamigen Schuhhauses. Noch mehr als die neue Beschilderung hätte sich Gödde einen Zebrastreifen auf der Hofstraße gewünscht. „Mir bleibt ein Rätsel, warum es den noch immer nicht gibt“. Diese Ansicht teilt auch die junge Mutter Mandy Lanfer. „Die Neuregelung vergesse ich immer wieder. Aber einen Zebrastreifen würde ich viel sinnvoller finden“, so die Autofahrerin.

Auch eine andere Pkw-Fahrerin, die im Außenbereich lebt und „gefühlt alle 500 Jahre mit dem Pkw im genannten Bereich der City unterwegs ist“, zeigt sich etwas genervt „von dieser Kriecherei“. Viel schlimmer aber sei die Situation am neuen d.velop Campus. Da habe kein älterer Mensch (mit Rollator) die Chance, die Bahnhofstraße im genannten Bereich zu Fuß zu überqueren.

„Die Schilder werden nicht wahrgenommen“, beobachtet Schmuckhändler Franz Ganten am Hauskamp Tag für Tag. Er begrüßt die Tempo-20-Zone zwar, ist aber realistisch genug, um einzusehen, „dass dieses Tempo für Autofahrer schwierig ist. Da überholen einen selbst die Radfahrer, und die anderen Autos drängeln von hinten“, meint er. Sie wünsche sich ein weiteres Tempo-20-Schild für den Hauskamp an der Einmündung Hofstraße, ergänzt Tochter Julia.

„Dankbar für die neue Regelung“ ist Postbotin Sabrina Eichmann. Andere Städte hätten ihre Fußgängerzonen. Da sei Tempo 20 für denselben Bereich in Gescher „angebracht“. Ähnlich sieht man es im Café Gescher und in Ihr Buchladen auf dem Hauskamp. Allerdings sei das Tempo-20-Schild ungünstig angebracht für alle, die von der Konrad-Adenauer-Straße kommen, moniert Petra Heermann. „Da sieht es keiner“. Aber dieses Problem stellt sich offensichtlich auch an den anderen Standorten.

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