Gescher
Im Minimalistischen liegt die Kraft

Gescher. Wer zu seiner Zeit am Bauhaus studierte, war hoch angesehen. Denn das Bauhaus galt als eine lebendige Ideenschule und Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der Pädagogik. Und ein Studium dort galt als Garant für eine qualitatitiv hochwertige Ausbildung. Durch Erlernen gestalterischer Grundlagen, verknüpft mit einer Ausbildung in verschiedenen Werkstätten, brachten die Studierenden damals Werke hervor, die bis in die heutige Zeit prägend sind.

Mittwoch, 27.02.2019, 17:41 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 15:29 Uhr
Gescher: Im Minimalistischen liegt die Kraft
Martin Siepmann (l., Einrichtungshaus Hüls) und Frank Hense (Eigentümer) freuen sich auf die gemeinsame Ausstellung „BauhausNowhaus“. Geprägt ist sie durch die Schlichtheit und das Minimalistische, das den Charakter der damaligen Bauhaus-Pädagogik ausmacht. Foto: Leon Seyock

Gegründet wurde das Bauhaus 1919 in Weimar, vor genau hundert Jahren. Zu diesem Anlass eröffnet die Kunsthalle Hense am kommenden Sonntag (3. 3.) die Ausstellung „BauhausNowhaus“. Das Konzept zielt darauf, die minimalistische Kunstgebung der Bauhaus-Pädagogik wiederzugeben. „Der Gedanke des Minimalismus ist heute noch vorhanden. Viele Designer greifen diesen Gedanken des Bauhauses auf“, erklärt Frank Hense, Geschäftsführer der gleichnamigen Kunsthalle, anlässlich eines Pressegespräches, an dem auch Jutta Meyer zu Riemsloh, Geschäftsführerin des Künstvereins Münsterland, sowie Martin Siepmann vom Einrichtungshaus Hüls mit Sitz in Schwelm bei Wuppertal teilnahmen.

„BauhausNowhaus“ soll eine Brücke zwischen der Lehre des Bauhauses und der zeitgenössischen Kunst schlagen. Minimalistisch und schlicht-klar gehalten: Diesen Charakter der Bauhaus-Pädagogik und der gezeigten Werke werden Besucher der Ausstellung dabei schnell erkennen.

Sie zeigt darüber hinaus eine Auswahl von Werken Heinrich Neuys, einem der „jüngsten Bauhausschüler“. Er studierte von 1930 bis 1932 am Bauhaus. Als Maler und Zeichner richtete Neuy sein Interesse vor allem darauf, durch Form und Farbe Phänomene wie Charaktereigenschaften, Jahreszeiten und insbesondere musikalische Klänge sichtbar zu machen. Einige seiner Werke, die solche Phänomene wiederspiegeln, können Besucher auch in der „BauhausNowhaus-Ausstellung“ in Gescher finden. Verschiedene Leihgaben, u. a. eine Entwurfszeichnung und das Modell eines Kinderstuhls, wurden darüber hinaus vom HeinrichNeuyBauhausMuseum in Borghorst zur Verfügung stellt. Viele Entwürfe, die Neuy zu seiner Zeit gestaltete, konnten leider nie umgesetzt werden. „Er hat aber immer versucht, den Gedanken des Bauhauses weiterzutragen“, sagt Hense. Ein Grund mehr für die Aussteller, die kommenden Wochen Heinrich Neuy zu widmen.

Weitere Einrichtungsgegenstände, die in der Kunsthalle Hense präsentiert werden, stellt das Einrichtungshaus Hüls bereit. Der Möbelhersteller Tecta, der Hüls beliefert, ist einer von nur zwei Produzenten, der die Lizenz für die Herstellung von Bauhaus-Möbelstücken besitzt. In Gescher werden die Besucher in der Ausstellungshalle Hense eine versilberte limitierte Wagenfeld-Schreibtischlampe, schlichtes Porzellan aus der Manufaktur Fürstenberg oder unterschiedliche Sessel, beispielsweise den Gropius oder den Faltsessel, vorfinden. Einen weiteren besonderen Akzent setzen in dieser Ausstellung Bilder, die die Architektur und Strahlkraft des Bauhauses deutlich machen. Dazu hat Meyer zu Riemsloh passende Werke aus der Hense Sammlung ausgewählt, die charakteristisch und inhaltlich zu den Gedanken des Bauhauses passen. So entsteht eine in sich stimmige Schau, die am Sonntag um 15 Uhr eröffnet wird. Bis zum 19. Mai können Kunstliebhaber und Interessierte die Ausstellung in der Kunsthalle Hense (Armlandstraße 20) sonntags von 14 bis 18 Uhr besuchen.

Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei.

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