Gescher
Vier Prozent Dividende winken

Gescher. Das erste „Kind“ der Glockenstadt Energiegenossenschaft eG (in Gründung) heißt Enercon E-82 und steht in Büren. Ende August soll die knapp 180 Meter hohe Anlage ans Netz gehen und Strom produzieren. Davon profitieren können alle Gescheraner, die Mitglied der Genossenschaft werden. Gut 100 Teilnehmer ließen sich am Montagabend über das Projekt informieren. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren sei mit einer durchschnittlichen Rendite von rund vier Prozent jährlich zu rechnen, hieß es. Die Zeichnungsfrist startet am morgigen Donnerstag (14. 3.) um 10 Uhr im Internet. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage groß ist und die Anteile schnell vergeben sind“, sagte Alexander Grösbrink, Aufsichtsratsvorsitzender der Energie-Genossenschaft.

Dienstag, 12.03.2019, 18:47 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 08:50 Uhr
Gescher: Vier Prozent Dividende winken
Mit über 100 Teilnehmern war der Infoabend der Glockenstadt Energie-Genossenschaft gut besucht. Über das Projekt informierten (v.l.): Christoph Austermann (BBWind), Michael Schlüß (BBWind), Alexander Grösbrink (Aufsichtsratsvorsitzender), Daniel Brüning (Vorstandsvorsitzender), Franz van Üüm (Geschäftsführer Bürgerwind GmbH & Co. KG) und Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Foto: Jürgen Schroer

Das Bürgerwindprojekt in Gescher hat einen langen Vorlauf. Schon vor acht Jahren wurden die ersten Weichen durch die Grundstückseigentümer im Außenbereich gestellt, erinnerte Franz van Üüm (Bürgerwind GmbH & Co. KG). Heute seien fünf Anlagen im Bau – eine davon, die in Büren, wird über die 2018 gegründete Genossenschaft betrieben und ermöglicht eine breite Bürgerbeteiligung. Das sei der richtige Ansatz, so Bürgermeister Thomas Kerkhoff, um die Akzeptanz von Windkraft zu erhöhen.

Erneuerbare Energien erzeugen, Gewinne und Steuern am Ort behalten und aktiv etwas für den Klimaschutz tun – diese Ziele verfolge die Energie-Genossenschaft, erläuterte Grösbrink. Ausgegeben würden Geschäftsanteile in Höhe von 500 Euro. Jede volljährige Person mit Wohnsitz in Gescher könne maximal zehn Anteile erwerben. Das gesamte Beteiligungsvolumen bezifferte Grösbrink mit 545 000 Euro. Mit der Ausschüttung der ersten Dividende sei im Geschäftsjahr 2021 zu rechnen.

Bei der E-82 handele es sich um eine grundsolide Anlage, quasi die „Brot- und Buttermaschine“ des Marktführers Enercon. Christoph Austermann und Michael Schlüß von der BBWind Projektberatungsgesellschaft in Münster stellten technische Details und eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsprognose vor. Bei Nettokosten für die Anlage von 3,438 Millionen Euro sei mit einem jährlichen Windertrag von gut fünf Millionen Kilowattstunden zu rechnen. Die prognostizierte Dividende für Genossenschaftsanteile liege bei 4,1 Prozent nach Steuern. „Da ist noch etwas Luft drin“, sagte Schlüß. Gleichzeitig wies er auf die Risiken des Investments hin – theoretisch sei sogar ein Totalverlust möglich. Auf der anderen Seite bestehe eine Haftungsbegrenzung in Höhe des gezeichneten Geschäftsguthabens. Die Kündigung der Anteile sei frühestens nach fünf Jahren möglich.

Aus den Reihen der Infoabend-Teilnehmer kamen etliche Nachfragen zur Wirtschaftlichkeit und zu möglichen Risiken. Schäden seien versichert oder durch die Vollwartung von Enercon abgedeckt, hieß es. Die Kosten für eine mögliche Demontage der Anlage nach 20 Jahren seien eingeplant.

7   Die Zeichnung von Geschäftsanteilen ist ab Donnerstag (14. 3.) um Punkt 10 Uhr auf der Internetseite www.glockenstadt-energiegenossenschaft.de möglich. Ansprechpartner sind Daniel Brüning (Vorstand), Tel. 0170-537 54 62, und Maria-Christina Grösbrink (Mitgliederverwaltung) unter Tel. 0160-907 68 322.

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