Gescher
„Ein wichtiger Baustein im Gesamtkomplex“

Gescher (js). Moderne Bildung umfasst nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern will auch die Sozial- und Lernkompetenzen der Kinder stärken. Wie das an der Gesamtschule Gescher funktioniert, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Generationen von Anne Stroetmann. In der jüngsten Sitzung stellte die städtische Schulsozialarbeiterin ihren facettenreichen Aufgabenbereich vor. „Diese Arbeit ist ein wichtiger Baustein im Gesamtkomplex unserer Schule“, fasste Vorsitzender Ansgar Heming (SPD) nach dem Vortrag zusammen.

Montag, 18.03.2019, 16:09 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 08:16 Uhr

Anne Stroetmann hat an der Realschule angefangen, ist dann schrittweise mit Stundenkontingenten zur Gesamtschule gewechselt und ist hier seit Dezember 2014 in Vollzeit – zusammen mit Sandra Kempkes und Markus Reifers – tätig. Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis zeigte sich dankbar, dass der Schulträger die zweite Stelle geschaffen habe, wies aber darauf hin, dass dies nur durch den Verzicht auf eine Lehrerstelle möglich gewesen sei.

„Schulsozialarbeit richtet sich an Schülern, Eltern und Lehrer“, erklärte Stroetmann. Die Beratung und Begleitung umfasse Themen wie Konfliktlösung, Regeleinhaltung, Impulskontrolle und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung. Im Bereich soziales Lernen nannte sie Tätigkeitsfelder wie Gewaltprävention, Antimobbingvereinbarungen und den Umgang mit sozialen Medien. Im Ganztagesbereich betreut Stroetmann zwei Spielräume, die mittags für die jüngeren Schüler geöffnet werden. „Etwa 80 Kinder nutzen dieses Angebot in der Mittagspause“, berichtete Stroetmann. Auch eine Spiele-AG und die Trickbox (Filme) bietet sie an.

Über „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) wird versucht, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen. Hier unterstützt die Sozialarbeiterin zurzeit 37 Schüler aus 14 Herkunftsländern. Ein Buslotsenprojekt soll helfen, das Gedrängel an den Haltestellen auf der Linie Hochmoor-Gescher zu verhindern. Eingebunden ist Stroetmann auch in Präventionsprojekte zu Themen wie Mediennutzung und Sucht oder das Projekt „Herausforderung“ im Jahrgang neun. Die Sozialarbeiterin gehört dem Förder- und Beratungsteam der Gesamtschule an und kooperiert regelmäßig mit außerschulischen Partnern.

Manemann-Kallabis stellte den Wert der Schulsozialarbeit heraus. Auf diese Weise gelinge es, „niederschwellig“ einen Zugang zu den Schülern zu bekommen – auch zu jenen, „die ihr Päckchen mitbringen“. Mit zwei Stellen in der Schulsozialarbeit und einem Förder- und Beratungsteam, das professionell an die Kinder herangehe, sei Stadt und Gesamtschule „etwas Gutes gelungen“. Ähnliches wünschte sich Petra Roters, Leiterin der Von-Galen-Schule, auch für die örtlichen Grundschulen. Bürgermeister Thomas Kerkhoff bestritt die Sinnhaftigkeit nicht, sah die dauerhafte Finanzierung der Schulsozialarbeit aber eher beim Land angesiedelt. Möglicherweise könne dieses Thema über die Bürgermeisterrunde und den Städte- und Gemeindebund an das Land herangetragen werden.

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