Gescher
Für Bauwillige ist Land in Sicht

Hochmoor. Bauwillige in Hochmoor dürfen hoffen. Die Erschließung des Umlegungsgebietes „Landsbergstraße“ soll vorangetrieben werden, sodass möglicherweise im Spätsommer oder Herbst 2020 die ersten Neubauten entstehen können. Diese Zeitschiene skizzierte Bürgermeister Thomas Kerkhoff am Mittwoch im Bezirksausschuss, der sich einstimmig dafür aussprach, das bestehende Planungsrecht umzusetzen. „Gas geben“, gab Ralf Lütkebohmert (CDU) als Parole für den klaren Arbeitsauftrag an die Verwaltung aus.

Donnerstag, 21.03.2019, 18:33 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 17:13 Uhr
Gescher: Für Bauwillige ist Land in Sicht
Das Umlegungsgebiet Landsbergstraße in Hochmoor: Die blau markierten Grundstücke befinden sich im Eigentum der Stadt Gescher. Foto: az

Für das Gebiet südlich der Landsbergstraße ist ein Umlegungsverfahren durchgeführt worden, das im Jahr 2009 abgeschlossen wurde. Das heißt, die Flächen wurden komplett neu geordnet mit dem Ziel, eine Wohnbebauung zu ermöglichen. 39 unbebaute Grundstücke sind auf diese Weise ausparzelliert worden. Seitdem ist nichts mehr passiert – auch deshalb, weil Bauwillige im Gebiet „Weißes Venn“ versorgt werden konnten. Dort sind aber mittlerweile alle Flächen veräußert worden, sodass das Gebiet Landsbergstraße wieder in den Fokus rückt.

Von 39 Baugrundstücken befinden sich 17 im Eigentum der Stadt Gescher, 22 sind in privater Hand. Wie Bauamtsleiter Uwe Wißmann erläuterte, habe die Verwaltung mit den bauwilligen Hochmooranern gesprochen – fast alle wollten kaufen und hätten kaum Interesse an Erbbaugrundstücken, wie sie die Evangelische Kirche auf den Markt bringe. Die Baustraße könnte im Frühjahr 2020 angelegt werden. Kritische Untertöne, so Wißmann, habe es bei einem zweiten Gespräch mit den Eigentümern im Umlegungsgebiet gegeben. Einige hätten geäußert, dass das damalige Verfahren gegen ihren Willen stattgefunden habe. Nicht alle wünschten eine Bebauung. Nach jetzigem Stand, so Wißmann, würden zwölf von 22 privaten Grundstücken zur Verfügung stehen. Somit ergäbe sich zusammen mit den städtischen Flächen eine Gesamtzahl von 29 vermarktbaren Grundstücken.

Den möglichen Verkaufspreis bezifferte Wißmann mit 100 bis 120 Euro je Quadratmeter. Die Kosten für die Erschließung, die von den Grundstückseigentümern zu tragen seien, schätzte er auf etwa 45 Euro/qm. „Das sind aber vorläufige Schätzzahlen“, stellte Wißmann klar. In den Erschließungskosten enthalten sei der Aufwand für eine drei Meter hohe Lärmschutzwand, die im Bebauungsplan festgesetzt sei. Wie Kerkhoff ergänzte, lasse sich der Wunsch nach Bauplätzen in Hochmoor hier am schnellsten erfüllen; alle Alternativen dauerten mindestens ein Jahr länger.

Aus dem Ausschuss kamen etliche Fragen, aber grundsätzlich Zustimmung zur Bebauung im Umlegungsgebiet. Von den Grünen gebe es „ein eindeutiges Ja“, erklärte Wolfgang Brüggestrath. „Wir sollten im Ort nachverdichten, bevor wir weiter in den Außenbereich gehen“, meinte er. Der Druck durch zahlreiche Bauwillige sei da. Außerdem müsse der Ortsteil Hochmoor weiter wachsen, um die vorhandene Infrastruktur zu sichern. Marc Jaziorski (SPD) warf einen kritischen Blick auf das Umlegungsverfahren: Damals sei das Kind schon vor dem Start des Verfahrens in den Brunnen gefallen, weil wesentliche Informationen gefehlt hätten. Jetzt müsse man mit dem geltenden Bebauungsplan leben. Auch die anderen Fraktionen im Bezirksausschuss sprachen sich dafür aus, das Verfahren voranzutreiben. Damit lasse sich der Bedarf an Baugrundstücken für die nächsten Jahre decken. Mittelfristig solle die Verwaltung aber auch die Ausweisung neuer Baugrundstücke am nördlichen Ortsrand (An den Weiden) im Auge behalten.

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