Jahresabschluss 2018 beschert positive Überraschung
Verbesserung um satte 6,5 Millionen

Gescher. Die Zahlen, die die Kämmerei am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss präsentierte, bewegen sich durchweg auf positivem Rekordniveau. Nach jetzigem Stand beschließt die Stadt Gescher das Jahr 2018 mit einem Ergebnis von 6,792 Millionen – satte 6,5 Millionen Euro besser als geplant. Hauptgrund sind sprudelnde Steuerquellen, besonders im Gewerbebereich. „Bei der Gewerbesteuer übertreffen wir den Vorjahresrekord noch einmal deutlich und erreichen rund 13,4 Millionen Euro“, erläuterte Kämmerer Christian Hübers im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch Bürgermeister Thomas Kerkhoff freute sich über die ungewöhnlich positive Entwicklung. So sei es möglich, die Verschuldungssituation der Stadt zu verbessern. Gleichzeitig warnte der Verwaltungschef vor Euphorie – die positive Entwicklung lasse sich so nicht fortschreiben.

Mittwoch, 03.04.2019, 18:16 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 11:38 Uhr
Jahresabschluss 2018 beschert positive Überraschung: Verbesserung um satte 6,5 Millionen
Foto: az

Auch langjährige Kommunalpolitiker werden sich an einen solchen Jahresabschluss nicht erinnern können. Nach 3,2 Millionen im Jahr 2017 schließt das Jahr 2018 mit einem mehr als doppelt so hohen Plus ab. Alle Steuerarten haben dazu beigetragen, erläuterte Hübers. Bei der Gewerbesteuer sind es 4,5 Mio. Euro mehr, beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 517 000 Euro und beim Umsatzsteueranteil 449 000 Euro. Die Grundsteuer B liege rund 140 000 Euro über Plan. Zusätzliche Einnahmen verzeichnet die Stadt Gescher auch bei Benutzungsentgelten (Freibad, Friedhof, Abfall) und Kostenerstattungen. Die Landeszuweisungen für Flüchtlinge reduzieren sich um 542 000 Euro aufgrund geringerer Personenzahlen. Auf der anderen Seite wirken sich eine Rückzahlung aus der Jugendamtsumlage (162 000 Euro), höhere Konzessionsabgaben (48 000 Euro) und Erträge aus Grundstücksverkäufen (260 000 Euro) günstig aus. Bei den Personalkosten erzielt die Stadt Gescher fast eine Punktlandung. Bei den Finanzerträgen schlägt die reduzierte Gewinnabführung des Abwasserwerkes (- 276 000 Euro) zu Buche.

Zu den Eckdaten des Jahresabschlusses 2018 zählt auch, dass die Stadt gut 1,1 Mio. Euro Investitionskredite getilgt und die Kassenkredite um 3,5 Mio. Euro reduziert hat. „Bis Ende 2019 werden wir unsere Kassenkredite auf null zurückgeführt haben“, so Hübers. Bei aller Freude über die guten Zahlen habe die gestiegene Steuerkraft der Stadt auch ihre Kehrseite: Die ans Land zu zahlende Gewerbesteuerumlage und die Beteiligung am Fonds Deutsche Einheit steigen in Summe um 647 000 Euro, bei den Schlüsselzuweisungen (für 2018 noch rund vier Millionen Euro) sei ab 2020 nichts mehr zu erwarten.

Deswegen mahnt Kerkhoff zur Vorsicht. Es gelte, Vorsorge zu treffen für die nächsten Jahre, damit die Stadt nicht sofort wieder in finanzielle Schieflage gerate, wenn es schlechter laufe. Es sei nicht zu erwarten, dass sich das Gewerbesteueraufkommen der letzten beiden Jahre fortschreiben lasse. „Deshalb dürfen wir jetzt nicht alle Schotten aufmachen“, mahnt Kerkhoff mit Blick auf die anstehenden Millionen-Investitionen. Die aktuellen Zahlen zeigten jedoch, dass es auf Basis einer guten Konjunktur gelungen sei, eine Trendwende bei der Verschuldung der Stadt Gescher einzuleiten.

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