Gescher
„Geburt“ eines Kunstwerkes erlebt

Gescher (sk). Zum wiederholten Mal ist die Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock Gastgeber eines Workshops für bildende Künstler. Markus Breuer, Teamleiter der Kunstguss-Abteilung, betätigt sich als Dozent und gibt seine Erfahrungen im Bereich Kunstguss an die Studenten der Akademie für Bildende Künste an der Uni Münster weiter.

Montag, 08.04.2019, 18:28 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 18:30 Uhr
Gescher: „Geburt“ eines Kunstwerkes erlebt
Höhepunkt des Workshops in der Glockengießerei: Die Studenten erleben, wie die heiße Bronze in die vorbereiteten Formen fließt. Fotos: sk Foto: az

In diesem Workshop wird den sechs jungen Künstlern die Möglichkeit gegeben, ihre Werke vom Modell bis zum fertigen bronzenen Kunstobjekt zu begleiten und vor allem zu bearbeiten. Ihnen sei es wichtig, so Dozent Christoph Krümpel, die „Geburt“ eines Kunstobjektes von Anfang an zu erleben. Das sei eigentlich nur in Gescher erfahrbar. In den meisten Gießereien habe man lediglich die Möglichkeit, ein Modell abzugeben und schließlich das fertige Produkt abzuholen. In Gescher schätzt man die Begleitung eines Werkstückes von Beginn an und vor allem die Kompetenz der Mitarbeiter, die mit Rat und Tat in jeder Phase des Projekts zur Seite stehen. Die von den Studenten gefertigten Wachsmodelle werden im sogenannten Wachsausschmelzverfahren, das bereits im 4. Jahrtausend vor Christi Anwendung fand, hergestellt. Das Wachsmodell wird dabei in eine gipsgebundene Einbettmasse integriert. Bei dem weiteren Trocknungsprozess schmilzt das Wachs, sodass auch von einem „verlorenen Modell“ gesprochen wird. Der so entstandene Hohlraum wird dann mit Metall, in diesem Fall mit Bronze, verfüllt. Es sei total spannend gewesen, den Guss der 1200 heißen flüssigen Bronze mitzuerleben, äußerte sich ein Student.

Nach dem Erkalten beginnt die Arbeit des Ziseleurs und Patineurs. Hier erhält das Kunstobjekt den Feinschliff. Mit filigranen Werkzeugen bearbeiten die angehenden Künstler „ihre“ bronzenen Projekte. Auch hier zeigt sich das handwerkliche Geschick der Teilnehmer, um aus dem Rohguss ein ansehnliches „Schmuckstück“ zu fertigen.

„Die jungen Künstler sind die Kunden von morgen“, weiß Breuer und hofft auf eine gute Zusammenarbeit. „Wir arbeiten hier mit dem Künstler; unsere Mitarbeiter stehen in jeder Phase mit Sach- und Kunstverstand zur Seite“, so Breuer. Diese Zusammenarbeit werde von namhaften Künstlern, die in Gescher gießen lassen, entsprechend honoriert. Verena Stieger, Dozentin an der Kunstakademie, will gemeinsam mit Markus Breuer den Studenten so viel handwerkliches Geschick und entsprechende Techniken vermitteln wie nur eben möglich. „Das ist eigentlich nur hier in der Gescheraner Gießerei möglich“, sagt sie lobend und freut sich über die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

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