Gescher
Im Außenbereich entsteht Gewaltiges

Gescher. Im Außenbereich tut sich Gewaltiges. Spezialtransporte rollen, ein Kran ragt in die Höhe, 30 Tonnen schwere Elemente lagern am Rand eines Fundamentes, das viele Kubikmeter Beton geschluckt hat. In Büren entstehen zwei von fünf Windkraftanlagen, die die Bürgerwind GmbH und Co. KG errichtet und bis zum Jahresende in Betrieb nehmen will. Die Geschäftsführer Franz van Üüm und Matthias Ening freuen sich, dass das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro in die Realisierung geht – nach siebenjährigem Vorlauf. Die bis zu 230 Meter hohen Anlagen werden künftig etwa 50 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich produzieren.

Freitag, 10.05.2019, 11:30 Uhr
Gescher: Im Außenbereich entsteht Gewaltiges
Gespannt verfolgen die Geschäftsführer der Bürgerwind GmbH & Co. KG, Franz van Üüm und Matthias Ening (r.), wie die tonnenschweren Betonelemente für den Turm der Windkraftanlage zur Baustelle in Büren transportiert werden. Der Kran für die weiteren Arbeiten steht schon. Foto: Jürgen Schroer

Die höchsten Anlagen entstehen südlich von Hochmoor. Dort haben sich die Arbeiten durch Bombenfunde verzögert: „Die erste hat ein Baggerfahrer entdeckt“, berichtet van Üüm. Daraufhin fand eine Überfliegung der Flächen per Drohne statt, die fünf Verdachtspunkte ausmachte. Drei weitere Bomben aus dem 2. Weltkrieg mussten direkt nach Ostern von einer Fachfirma entschärft werden. Jetzt laufen die Arbeiten wieder. Wegen der Bodenbeschaffenheit müssen sogenannte Rüttelstopfsäulen in die Erde eingebracht werden, bevor das Fundamt gelegt werden kann. Ening und und van Üüm gehen davon aus, dass diese Anlagen im November ans Netz gehen.

Am weitesten gediehen sind die Arbeiten auf der Fläche Lütke Gehling in Büren. Dort ist das Fundament fertig, der Kran steht. Die Firma Enercon beginnt in diesen Tagen mit dem Aufbau des Turms – unten aus Beton, weiter oben aus Stahl. Diese Anlage wird inklusive Rotor eine Höhe von 200 Metern haben. „Die müsste Ende August fertig sein“, so van Üüm. Etwa 600 Meter weiter befindet sich die nächste Baustelle unweit der A 31: Hier entsteht die 180 Meter hohe „Windmühle“, die von der Glockenstadt Energiegenossenschaft eG betrieben wird. Über die Genossenschaftsform ist eine breite Bürgerbeteiligung ermöglicht worden, die Geschäftsanteile waren bekanntlich ruck, zuck vergeben. Der fünfte Standort befindet sich in Tungerloh-Pröbsting Nord, wo das Fundament ebenfalls fertig ist. Hier dürfte Ende Mai/Anfang Juni der Aufbau des Turms beginnen.

Viele Lkw und Schwerlasttransporte werden in den nächsten Wochen durch die Außenbereiche rollen. Der Zustand der Wege ist vorab gutachterlich erfasst worden. „Alles wird wieder so hergestellt, wie es vorher war“, so van Üüm. In Einzelfällen dürften Wege sogar verbessert werden.

Parallel zu den laufenden Arbeiten stellt die 40 Mitglieder zählende Bürgerwind GmbH & Co. KG schon die Weichen für fünf weitere Anlagen in Estern und Tungerloh-Pröbsting (vier). Bis Ende dieses Jahres, so hoffen die Investoren, sollten die Baugenehmigungen vorliegen. Mit der Realisierung dieser bis zu 241 Meter hohen Anlagen rechen die Geschäftsführer im Jahr 2021.

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