Gescher
Beim Abwasserwerk läuft’s

Gescher (js). Das Abwasserwerk Gescher ist weiterhin gut aufgestellt. Für das Jahr 2018 steht ein Jahresgewinn von über 522 000 Euro zu Buche. Den Jahresabschluss hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Röhricht – Dr. Schillen (Bielefeld) geprüft und einen „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ erteilt. Einzelheiten erläuterte Prüfer Marc Heidbrink in der Sitzung des Betriebsausschusses für das Abwasserwerk am Dienstag. Vom Jahresgewinn werden 140 000 Euro als Eigenkapitalverzinsung an die Stadt Gescher ausgeschüttet. Einstimmig fasste der Ausschuss den Feststellungsbeschluss für den Jahresabschluss und entlastete die Betriebsleitung.

Mittwoch, 03.07.2019, 22:46 Uhr

Im Vergleich zu 2017 ist der Jahresgewinn 2018 um rund 97 000 Euro gestiegen. Damit ist auch der Ansatz im Wirtschaftsplan übertroffen worden, und zwar um 38 000 Euro. Das Gebührenaufkommen für Schmutzwasser nahm infolge erhöhter Abwassermengen zu, erläuterte Heidbrink. Im Bereich Niederschlagswasser seien aufgrund einer Gebührensenkung leichte Gebührenrückgänge zu verzeichnen. Investitionen in Höhe von 271 000 Euro habe das Abwasserwerk im vergangenen Jahr getätigt, hauptsächlich für die Erneuerung von Hausanschlüssen im Innenbereich und von Kanälen. Die Höhe der Abschreibungen bezifferte Heidbrink mit einer Million Euro. Die Eigenkapitalquote habe sich auf 22,6 Prozent leicht erhöht. Wie diese Quote einzuordnen sei, wollte SPD-Fraktionssprecher Ansgar Heming wissen. „Sie könnte höher sein“, antwortete der Wirtschaftsprüfer. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Abwasserwerke, die ihren Betrieb mit null Eigenkapital fahren würden.

Auch der Ausblick fällt positiv aus. Für die kommenden Jahre werden Ergebnisse zwischen 474 000 und 510 000 Euro prognostiziert. An größeren Investitionsmaßnahmen sind die Reduzierung der Fehleinleitungen im Schmutzwassersystem in Hochmoor und ein neues Regenrückhalte-/Regenklärbecken im Gewerbegebiet B 525 vorgesehen.

Thomas Peirick (UWG) hinterfragte die vollständige Gewinnabschöpfung beim Abwasserwerk durch die Stadt Gescher in der Vergangenheit. Ob es sinnvoll sei, zum Ausgleich jetzt auf die Eigenkapitalverzinsung in Höhe von 140 000 Euro zu verzichten? „Ich will das nicht mehr diskutieren“, stellte Betriebsleiter Rolf Hackling fest und verwies auf entsprechende Ratsbeschlüsse. Dass sich die Stadt Gescher ihr bereitgestelltes Kapital verzinsen lasse, sei ein übliches Verfahren und „vernünftig“. Im Übrigen sei das Abwasserwerk mit einem Gewinn von über einer halben Million Euro und vergleichsweise niedrigen Gebühren gut aufgestellt.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befasste sich der Betriebsausschuss mit der Gebührennachkalkulation 2018. Hier stehen Mehrkosten von gut 49 000 Euro und höhere Gebühreneinnahmen von knapp 33 000 Euro zu Buche. Unter dem Strich ergibt sich eine Unterdeckung von genau 16 258 Euro, die über die Gebührenkalkulation der nächsten Jahre auszugleichen ist. Auch hier stimmte der Ausschuss einmütig zu.

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