Gescher
„Unser kleines Paradies“

Gescher. Gisela und Norbert Schwentzig können sich kein schöneres Fleckchen Erde vorstellen als den Camping- und Wochenendpark Brinkmann‘s Hof in Gescher. Das Rentnerpaar aus Gelsenkirchen verbringt seit mittlerweile 49 Jahren jeden Sommer dort. „Das ist unser kleines Paradies“, schwärmt Gisela Schwentzig.

Mittwoch, 24.07.2019, 10:06 Uhr
Gescher: „Unser kleines Paradies“
Gisela (l.) und Norbert Schwentzig aus Gelsenkirchen machen mit Begeisterung Sommerurlaub im Camping- und Wochenendpark Brinkmann‘s Hof. Ludwig Brinkmann (r.) und seiner Tochter Anna-Maria ist der familiäre Charakter der Anlage sehr wichtig. Fotos: Manuela Reher Foto: az

120 Quadratmeter groß ist der Stellplatz, auf dem es sich die beiden Senioren gemütlich gehabt haben. Im Wohnwagen und im Anbau ist alles auf kleinstem Raum zu finden. „Wir vermissen nichts“, sagt Norbert Schwentzig. Von der gemütlichen Schlafkoje aus können sie direkt in den Wald schauen, wo ein kleiner Bach plätschert.

Norbert Schwentzig erinnert sich gut daran, dass ihm damals ein Bekannter aus seiner Heimat den Tipp gegeben hat, seinen Wohnwagen auf Brinkmann‘s Hof abzustellen. Inzwischen gibt es auf dem Gelände, das vormals von den Campern auch liebevoll Ponderosa genannt worden ist, 230 Stellplätze in unterschiedlicher Größe.

Norbert Schwentzig ist froh, dass er auch seine Frau fürs Camping begeistern konnte. „Ich war damals als Pfadfinder schon mit meinem Ein-Mann-Zeit unterwegs“, erinnert sich Norbert Schwentzig. Für seine Ehefrau sei diese Art von Urlaub anfangs gewöhnungsbedürftig gewesen.

Der 82-jährige Norbert Schwentzig liebt das einfache Leben auf dem Campingplatz. „Und es ist für mich besonders praktisch, weil ich hier auch mal in der Jogginghose in der Nachbarschaft herumlaufen kann“, schmunzelt er. Das könne er zu Hause nicht. „Da muss ich mich erst stadtfein machen, bevor ich aus dem Haus gehe“, sagt er.

An besonders heißen Sommertagen genießt Norbert Schwentzig die Außendusche auf dem Rasen. „Die hat sich bei großer Hitze bewährt“, sagt er. „Aber es kühlt auch an den heißesten Sommertagen im Wohnwagen immer gut ab, weil wir unseren Stellplatz am Waldrand haben“, freut sich Gisela Schwentzig.

Besonders angenehm finden sie es, dass das städtische Freibad gleich um die Ecke ist. „Dort waren wir als Inhaber einer Saisonkarte stets Dauergäste. Unsere inzwischen lange erwachsene Tochter Silke hat dort als Kind ihr Seepferdchen-Abzeichen gemacht“, sagt Norbert Schwentzig.

In früheren Jahren hat das Ehepaar oft und gern die Umgebung im Umkreis von 30 Kilometern mit dem Fahrrad oder später mit dem E-Bike erkundet. Mal ging es zum Erdbeerpflücken zum Hof Schulze Scholle, mal zum Stadtbummel nach Winterswijk oder zur Düstermühle nach Legden. Doch das Alter fordere seinen Tribut, sind sich beide einig. Also peilen sie jetzt mit dem Auto ausgewählte Ziele an. Immer geht es donnerstags auch zum Wochenmarkt in die Innenstadt von Gescher. Gisela und Norbert Schwentzig gehen auch gerne in den Geschäften der Glockenstadt einkaufen. „Das ist ganz anders als bei uns zu Hause in Gelsenkirchen“, sagt er und fügt hinzu: „Das Personal in Gescher ist viel freundlicher und aufmerksamer.“

Die Zutaten für ihre Mahlzeiten kaufen sie gerne in Gescher ein. „Dann koche ich am liebsten draußen auf einer Elektroplatte“, sagt Gisela Schwentzig. Die Speisen werden natürlich nicht so aufwändig wie zu Hause zubereitet, aber dafür schmecke das Essen unter freiem Himmel doppelt so gut.

Manchmal kehren die beiden auch in die Gaststätte – die Bauernstube – im Camping- und Wochenendpark ein. Norbert Schwentzig liebt das Harwicker Schnitzel. „Das ist deftig und mit viel Gemüse“, sagt Ludwig Brinkmann, der Inhaber des Parks. Das Ehepaar Schwentzig hat bereits dessen Vater kennengelernt, und jetzt kümmert sich auch dessen Tochter Anna-Maria als Juniorchefin um die Camper. Der familiäre Charakter der Anlage ist Familie Brinkmann besonders wichtig.

„Schließlich sollen sich unsere Camper bei uns wohlfühlen“, sagt Ludwig Brinkmann. „Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl wieder neu wecken“, ergänzt Ludwig Brinkmann im Hinblick darauf, dass es früher noch mehr gemeinsame Aktivitäten der Camper gegeben habe, wie zum Beispiel Pättkesfahrten. Im August ist ein Jubiläumsfest geplant, bei dem das 50-jährige Bestehen der Anlage gefeiert werden soll.

„1969 hat alles mit ein paar Wohnwagen begonnen“, erinnert sich Ludwig Brinkmann. Heute erlebe Camping einen neuen Boom. Alle Altersgruppen seien auf der Anlage anzutreffen. Viele würden auch mit einem Zelt anreisen. Neben vielen Campern aus dem Ruhrgebiet steuern auch Niederländer die Anlage an. In Jahresversammlungen werden die Jubilare geehrt.

Im nächsten Jahr ist das Ehepaar Schwentzig an der Reihe, denn dann macht es seit 50 Jahren Sommerurlaub auf Brinkmann‘s Hof. Aber bereits jetzt steht fest, dass das Paar zu den treuesten und auch ältesten Campern auf der Anlage gehört.

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