Gescher
Allee bei allen Nachbarn beliebt

Gescher. Nur 150 Meter lang und sechs Meter breit ist der Waldweg, der von der Wohnstraße „Zur alten Vogelstange“ abzweigt. Waldweg ist nicht nur der Name dieses bezaubernden Pfades, sondern beschreibt gleichzeitig auch die Wegeverbindung, die zum Schultenrott führt.

Dienstag, 30.07.2019, 08:02 Uhr
Gescher: Allee bei allen Nachbarn beliebt
Foto: Manuela Reher

„Ich liebe diesen Spazierweg an Bäumen und großen Sträuchern entlang“, sagt Nachbarin Anne Kortüm, die fast täglich mit ihrem Hund Tell dort anzutreffen ist. Auch für die übrigen Nachbarn ist der Gang durch diese kleine Allee wie ein Mini-Urlaub im Alltag.

Möglich gemacht hat dieses Idyll Anwohner Ludger Kesselmann. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat der inzwischen 81-Jährige den Waldweg gepflegt. Für dessen Vater Bernhard, der sich 1937 am Waldweg mit der Hausnummer eins angesiedelt hat, ist damals auf halbem Wege eine Ruhebank installiert worden. Auch Bäume – darunter Buche und Birke – sowie Obstbäume hat Familie Kesselmann am Wegesrand angepflanzt, um den Waldweg zu einer kleinen Allee zu machen. Statt auf Schotter oder Pflastersteinen wandeln die Spaziergänger auf einem flauschigen Rasenteppich, der regelmäßig gemäht wird. Familie Kesselmann ist der einzige Anlieger am Waldweg. Rolf Kesselmann, der Sohn von Ludger, erinnert sich: „Mein Opa ist auf diesem Weg stets gern spazieren gegangen.“ Als er nicht mehr so gut zu Fuß gewesen sei, sei die Idee aufgekommen, am Wegesrand eine Sitzbank aufzustellen.

Rolf Kesselmann vermutet, dass ein Großteil der Bevölkerung den Waldweg, der eine öffentliche Wegeverbindung für jedermann ist, gar nicht kennt.

Inzwischen ist die vierte Generation der Familie Kesselmann in die Verantwortung für die Pflege des Waldwegs genommen worden. Der 13-jährige Lutz hat sich bereit erklärt, für seinen Großvater Ludger die ehrenamtliche Arbeit zu übernehmen. Schließlich habe Opa Ludger es verdient, nun ein wenig kürzer zu treten. Denn andere seien mit 81 Jahren längst im Ruhestand. Um Ludger Kesselmann Danke für die Gartenarbeit zu sagen, haben sich jetzt einige Nachbarn getroffen. Auch Sohn Rolf hat sich diesem Dank besonders angeschlossen. Gleichzeitig hat es eine Art Amtsübergabe vom Großvater an den Enkel Lutz gegeben. Der Jugendliche ist gleich mit der passenden Arbeitskleidung, mit einer Latzhose, festem Schuhwerk und Handschuhen, erschienen. Auch einen Rasenmäher hat er mitgebracht. „Mir macht die Arbeit viel Spaß“, sagte der 13-Jährige. Gerade auch deshalb, weil sich für die Nachbarn und natürlich seine Familie dadurch die Lebensqualität erhöhe. Nachbarin Katharina Reuwener schwärmt: „Jetzt im Hochsommer ist der Spaziergang auf dem Waldweg doppelt so schön, weil die Bäume angenehmen Schatten spenden.“

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