Gescher
13 200 Kronkorken gesammelt

Gescher. Oft werden sie nach dem Öffnen einer Bierflasche achtlos in den Müll geworfen, weil sie ihren Zweck erfüllt haben: Kronkorken. Mancher sammelt sie, wenn sie bunt bedruckt sind. Und wieder andere haben für ihre „Sammelleideschaft“, was diese kleinen Blechdeckel betrifft, einen ganz anderen Grund. Sie wollen damit etwas Gutes tun – so wie die Doppelkopffreunde Udo Popp, Bernd Lucahsen, Jens Pacelt, Nico Charbon und Holger Beeke. Sie haben jetzt 13 200 Kronkorken gesammelt und an Dr. E. Dieter Brendel überreicht.

Freitag, 02.08.2019, 10:12 Uhr
Gescher: 13 200 Kronkorken gesammelt
Dr. E. Dieter Brendel (l.) zeigt sich begeistert vom Sammelgut der Doppelkopffreunde (v.l.) Holger Beeke, Nico Charbon und Udo Popp (nicht im Bild: Bernd Lucahsen und Jens Pacelt). Karin Krumme, stellvertretende Leiterin der „Getränkewelt“, freut sich, dass die Sammeltonnen im Geschäft so gut angenommen werden. Der Erlös aus dem Verkauf der Kronkorken ist für den Verein „Horizont – Kinderkrebshilfe Weseke“ bestimmt. Foto: az

Das Quintett unterstützt damit das soziale Engagement von Dr. Brendel zu Gunsten der „Horizont – Kinderkrebshilfe Weseke e.V.“ Das ist eine Aktion, die in der Gescheraner Bevölkerung bereits auf breite Resonanz trifft. In der „Getränkewelt“ sind für alle sichtbar blaue Sammeltonnen aufgestellt worden, die die Firma Eing-Textil gesponsert hat. Diese werden sehr gut angenommen, wie Reiner Löderbusch, Leiter der „Getränkewelt“ am Stationsweg, mitteilt. In diese Behälter kann jeder seine gesammelten Kronkorken einwerfen.

Hubert Oberwies vom gleichnamigen Containerdienst stellt auf seinem Betriebsgelände kostenlos einen Container zur Verfügung, in dem der Inhalt aus den blauen Tonnen dann gesammelt wird. Viele Vereine würden sich inzwischen an der Sammelaktion beteiligen, so dass der Container sechs bis acht Mal im Jahr gut gefüllt ist, wie Hubert Oberwies mitteilt. Der Container habe eine Größe von 2,5 Kubikmetern. Wenn er komplett gefüllt ist, kommen gut 900 Kilogramm Kronkorken zusammen. Das sind im Jahr dann 7200 Kilogramm. Den Container bringt das Unternehmen Oberwies dann kostenlos zu einem Betrieb in Borken, wo die Kronkorken eingeschmolzen und das Material dann wiederverwertet wird.

Für Unternehmer Hubert Oberwies ist es selbstverständlich, dass er den Container unentgeltlich zur Verfügung stellt und auch den Transport nach Borken kostenlos übernimmt.

„Wir beteiligen uns gerne an der Aktion. Das ist schließlich für einen guten Zweck.“ Der Erlös aus dem Verkauf der Kronkorken an das Unternehmen in Borken wird über Dr. Brendel an die „Horizont – Kinderkrebshilfe Weseke“ weitergeleitet. Das sei eine tolle und sinnvolle Aktion, wie die Doppelkopffreunde finden. Es geht darum, etwas zu sammeln, was man in jedem Haushalt finde und das oft achtlos weggeworfen werde. Dazu gehören auch Kronkorken – mit einem Durchmesser von rund 30 Millimetern und einem Gewicht von ungefähr zwei Gramm. Von dieser einfachen genialen Idee und der damit verbundenen Unterstützung für einen guten Zweck überzeugt, fing das Doppelkopf-Freunde-Quintett an, die kleinen Blechstücke zu sammeln. „Natürlich haben wir die Kronkorken nicht alle alleine zusammengetragen“, erzählt Udo Popp. Er berichtet weiter, dass viele Bekannte und Freunde für diesen guten Zweck Kronkorken gesammelt haben. Alle haben sich das Motto „Gemeinsam Gutes tun“ auf die Fahnen geschrieben, wie Holger Beeke betont. Nico Charbon appelliert an die Bevölkerung, die blauen Tonnen auch weiterhin intensiv zu nutzen und mit Kronkorken zu füllen. „Beim nächsten Mal ist das Ziel, die 20 000-Stück-Grenze zu überschreiten“, sagt Nico Charbon im Namen seiner Doppelkopf-Freunde. Zählen müssen sie die Kronkorken nicht. Eine Waage reicht völlig aus. Wenn diese 40 Kilogramm anzeigt, ist das Ziel erreicht. Was der Amerikaner William Painter (1838 bis 1906) aus Baltimore, der den Kronkorken im Jahre 1892 erfunden hat, wohl dazu gesagt hätte, dass seine kleinen Blechdeckel neben der Funktion als Flaschenverschluss noch einmal zu solchen Ehren kommen und damit einem guten Zweck dienen. | Kommentar

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