Gescher
Anklage wegen Mordverdachts

Gescher/Münster. Nach dem Tötungsdelikt zu Jahresanfang in Gescher hat die Staatsanwaltschaft Münster gegen den 51-jährigen Angeschuldigten wegen des Verdachts des Mordes Anklage beim Landgericht Münster erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeschuldigten vor, am 1. Januar 2019 einen 48-jährigen Mann aus Gescher in dessen Wohnung am Amselweg mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben.

Freitag, 16.08.2019, 12:48 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 13:49 Uhr
Gescher: Anklage wegen Mordverdachts
Foto: AZ

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen waren der Angeschuldigte und der 48-Jährige bereits seit mehreren Jahren miteinander bekannt, so die Staatsanwaltschaft Münster in einer Presseerklärung. Während dieser Bekanntschaft kam es im Jahr 2014 zu einer körperlichen Auseinandersetzung zum Nachteil des Getöteten. Wegen dieser Körperverletzung wurde der Angeschuldigte zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, soll es im Oktober 2018 zu einem erneuten Streit gekommen sein, in dessen Verlauf der Angeschuldigte seinen Bekannten geschlagen haben soll. Der 48-Jährige hatte daraufhin Strafanzeige gegen den Angeschuldigten erstattet. Im folgenden Ermittlungsverfahren hatte die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen den Angeschuldigten beim Amtsgericht Borken wegen Körperverletzung erhoben. Das Amtsgericht Borken hatte einen Hauptverhandlungstermin für den 23. Januar 2019 anberaumt und die Ladung zu diesem Termin dem Angeschuldigten noch vor dem Jahreswechsel zugestellt.

Der Angeschuldigte soll, vermutlich aus Verärgerung über die neuerliche Anklage gegen ihn, am 1. Januar 2019 zunächst mehrfach mit dem 48-Jährigen telefoniert und dann kurz nach 19 Uhr dessen Wohnung durch die nur angelehnte Wohnungstür betreten haben. Der Angeschuldigte soll sodann unvermittelt mehrfach auf seinen im Badezimmer befindlichen wehrlosen Bekannten eingestochen und ihn dadurch getötet haben. Die Tatwaffe konnte nicht gefunden werden.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass der Angeschuldigte uneingeschränkt schuldfähig ist. Der Angeschuldigte, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, hat im Ermittlungsverfahren die Vorwürfe bestritten. Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

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