Gescher
Rohstoffe verwerten und Gutes tun

Gescher (sk). „Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln“, schreibt Papst Franziskus in seiner Umwelt-Enzyklika. In einer gemeinsamen Aktion haben Kolping und das Hilfswerk missio vor gut einem Jahr damit begonnen, ausgediente Handys zu sammeln. In diesen zwölf Monaten wurden der Aktion mehr als 13 000 Handys zur Verfügung gestellt; davon allein in der Glockenstadt mehr als 400, wie Josef Bieber von der örtlichen Kolpingsfamilie mitteilt. An diesen Erfolg wolle man anknüpfen und weitersammeln, heißt es.

Montag, 02.09.2019, 10:02 Uhr
Gescher: Rohstoffe verwerten und Gutes tun
Über 400 Althandys hat Josef Bieber bereits entgegengenommen. Er hofft, dass die Gescheraner die Aktion weiter unterstützen. Foto: Franz-Josef Schulenkorf

Aus den recycelten Handys konnten bislang etwa 300 Gramm Gold, zwei Kilo Silber und erhebliche Mengen Kupfer gewonnen werden. Auf diese Weise leistet Kolping einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung im Umgang mit Ressourcen und zur Bekämpfung von Fluchtursachen. So konnte das Kolpingswerk gemeinsam mit missio zwei Trauma-Zentren im Ostkongo (Goma) unterstützen. Dort erhalten jährlich 400 Frauen und Männer seelsorgerische Hilfe, damit sie ein neues Leben beginnen können. „Wir möchten weiter helfen und setzen deshalb die Sammelaktion in Gescher fort“, sagt Bieber. An Potenzial mangelt es nicht, denn nach aktuellen Studien dürften mehr als 124 Millionen Handys ungenutzt in deutschen Haushalten liegen, etliche mit Sicherheit auch in der Glockenstadt.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo kämpfen bewaffnete Milizen um Bodenschätze. Mit dem Verkauf der illegal gewonnen seltenen Metallen wie zum Beispiel Coltan finanzieren sie ihren Krieg. „Die Kassen der marodierenden Truppen sind umso voller, je mehr Coltan verbraucht wird“, erklärt der Präsident von missio, Prälat Dr. Klaus Krämer. Diese Kämpfe hätten auch etwas mit unseren Handys zu tun, weiß Elektrofachmann Josef Bieber. Coltan sorge dafür, dass die Handys beim Gebrauch nicht überhitzten. Gemeinsam mit missio fordert das Kolpingwerk die Handyhersteller und die Netzbetreiber auf, keine illegalen Bodenschätze zu verarbeiten.

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist es also sinnvoll, die Althandys wiederzuverwerten. Der sorglose Umgang mit kostbaren Rohstoffen sei nur ein triftiger Grund, um die Altgeräte zu sammeln. „41 Handys enthalten so viel Gold wie eine Tonne Gold-Erz“, informiert Bieber. Die hier gesammelten Altgeräte werden einer Wiederverwertung oder einem Wertstoffrecycling zugeführt. Dabei werden die Geräte von der Firma „Mobil-Box“ in Köln überprüft und sämtliche Daten gelöscht. Die noch brauchbaren Geräte werden repariert und verkauft. Vorhandenes Zubehör (Ladekabel, Netzteile etc.) sollten deshalb beigefügt sein.

7 Die Althandys werden hier gesammelt: Pfarrbüro St. Pankratius und St. Marien, Kaufhaus No 10, Josef Bieber, Stockheimstraße 14. Auch alle anderen Kolpingmitglieder nehmen die ausgedienten Handys entgegen. Auskünfte erteilt Bieber unter Tel. 4279. Infos auch im Internet unter www.missio-hilft.de/kolping-handys

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