Gescher
Wölfe zum Greifen nah

Gescher. Wie verknüpft man das Kulturgut der Region mit modernen Techniken? Wie bewahrt man es und rettet es in die Zukunft? Auch wenn sich diese Fragen ziemlich futuristisch anhören, wurden sie gestellt und realisiert in dem Projekt „Apokalypse Münsterland“ des Münsterland Vereins e.V..

Montag, 09.09.2019, 09:00 Uhr
Gescher: Wölfe zum Greifen nah
Ein Museum in einem Container, das auf die Besucher zukommt: Mit VR-Brillen („Virtual Reality“) konnten sich die Besucher die Objekte ihrer Wahl anschauen und erläutern lassen. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Über 2000 Besucher wählten in 28 Orten der Region Ausstellungsstücke, Brauchtümer oder Gebäude aus, die sie für überlebenswert hielten. Studenten der FH Münster entwickelten im Kurs „Museum der Zukunft“ den Tour-Container, digitalisierten die Exponate und druckten sie für den Container in 3 D-Druck. Mit Virtual Reality Brillen (VR-Brillen) konnten sich die Besucher die Objekte ihrer Wahl anschauen und erläutern lassen.

Mit einem Chip trafen sie im Container die Auswahl. In den beiden benachbarten Pavillons warteten die VR-Brillen auf ihre Benutzung. „Sie halten den Chip davor. Wenn sich das Mehreck um das Objekt von Blau auf Pink verfärbt, ist das in ihrem Chip für die Nutzung der VR-Brille gespeichert“, erklärte Projektassistentin Rieke Köhler im Container.

„Das ist unsere sechste Station. Die Besucher finden es schön, dass wir auch in die kleineren Städte kommen“, zog Köhler eine erste Zwischenbilanz, denn bis zum 19. Oktober tourt der Container durch 15 weitere Orte im Münsterland. Von Kindern bis zu Senioren zeigten in Gescher die Besucher reges Interesse, wie in den bisherigen Orten auch.

Wer erst einmal die neue Technik testen wollte, konnte die 360 Grad-Brille ausprobieren. In ihr konnte man einiges zur Maitremsen-Feier in Borken am Farb Forum Altes Rathaus Borken sehen oder sich das Projekt-stipendium Kunstkommunikation im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel anschauen.

Tobias Fehling (12) aus Holtwick hatte sich den „Ersten und Letzten Wolf“ des LWL-Museums für Naturkunde in Münster ausgesucht. „Ich fand das toll, dass man so nah dran war. Man hätte ihn berühren können. Ich habe den Abstand etwas größer eingestellt aus Sicherheitsgründen“, so Tobias, der auf eine eigene VR-Brille spart. Christoph Gerwers aus Ahaus schaute sich die Perlenkasel im Kult in Vreden und die Windmühle in Reken mit der VR-Brille an. „Direkt unter dem Windmühlenrad zu stehen, war schon enorm. Das macht Appetit, sich die Originale anzuschauen“, urteilte Gerwers. Skepsis gegenüber dem gesamten Projekt äußerte Thomas Kiepe aus Gescher. Aus Zeitgründen wollte er es nicht ausprobieren. „Es ist irgendwo ein Verlust an der realen Welt. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich gehe lieber ins Museum“, so Kiepe.

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