Gescher
Wohlfühloase für Moorfrosch & Co.

Hochmoor. Der Moorfrosch wird sich künftig im Naturschutzgebiet Fürstenkuhle noch wohler fühlen. Hier entsteht hauptsächlich mit Spendengeldern des Naturschutz- und Fördervereins Gescher/Hochmoor e.V. ein etwa 1500 Quadratmeter großes Gewässer, das die vorhandene Population – eine der größten in ganz Nordrhein-Westfalen – stärken soll. Auf einer extensiven Weide, wo künftig wieder Rinder stehen, finden zurzeit letzte Baggerarbeiten statt. „Wir haben hier einen vom Grundwasser gespeisten Boden“, erläuterte Patrick Lückel, zuständiger Projektleiter im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, beim Ortstermin. Im nächsten Frühjahr, vermutet er, werden sich in diesem Flachgewässer die ersten Moorfrösche tummeln.

Donnerstag, 12.09.2019, 18:04 Uhr
Gescher: Wohlfühloase für Moorfrosch & Co.
Ein bis zu 80 Zentimeter tiefes Moorfroschgewässer wird im Naturschutzgebiet Fürstenkuhle angelegt. Vertreter vom Naturschutz- und Förderverein Gescher/Hochmoor, des Kreises Borken und einige Sponsoren überzeugten sich jetzt vom Stand der Arbeiten. Foto: Jürgen Schroer

12 000 Euro hat der Naturschutzverein im Jahr 2016 an Spendengeldern gesammelt, damals noch unter Federführung von Josef Schürig. Ursprüngliche Idee war es, den Bohlenweg am zentralen Heideweiher zu verlängern. Seitens des Kreises Borken wurden verschiedene Maßnahmen ins Gespräch gebracht, wie das Naturschutzgebiet aufgewertet werden kann. Im Rahmen der letztjährigen Mitgliederversammlung haben sich die Naturfreunde für die Anlage eines Kleingewässers entschieden. „Dafür haben wir einen guten Standort gefunden“, sagte Matthias Homann, der heutige Vereinsvorsitzende. Auch Schürig freute sich über die Verwendung der Mittel. Er appellierte, Kinder und Jugendliche frühzeitig an die Natur heranzuführen. „Wer einmal in einem solchen Gebiet war, entwickelt ein ganz anderes Bewusstsein für Naturbelange“, meinte Schürig. Zusammen mit Homann bedankte er sich bei allen Sponsoren, die dieses Projekt erst ermöglicht hätten.

Umgesetzt wird das Vorhaben vom Kreis Borken, der 4000 Euro zu den Gesamtkosten von 16 000 Euro beisteuert. Kordula Blickmann, Leiterin des Fachbereiches Natur und Umwelt, würdigte die enge Verzahnung zwischen ihrer Behörde und dem ehrenamtlichen Naturschutz. Hier entstehe ein „echter Mehrwert“ für das Naturschutzgebiet.

Das neue Kleingewässer ist überwiegend 40 Zentimeter tief, in einem kleinen Bereich bis zu 80 Zentimeter. Noch wird der lehmige Untergrund mit Baggern modelliert. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Fläche sich selbst überlassen. „Der Bewuchs stellt sich hier eigenständig ein“, weiß Friedel Wielers, zuständiger Projektleiter im Fachbereich Natur und Umwelt. Der hohe Grundwasserstand wird dafür sorgen, dass sich die neue „Kuhle“ füllt und zum Kleingewässer wird. Hier sollen sich Moorfrösche wohlfühlen, aber auch andere Amphibien. Auch weitere Arten, die mit Kleingewässern und deren Randbereichen verbunden sind, werden so gefördert.

Für die Öffentlichkeit soll das neue Gewässer nicht zugänglich gemacht werden. Wer also den Moorfrosch bei der Balz beobachten möchte, kann sein Glück im Frühjahr am Hauptweiher versuchen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6922019?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker