Gescher
„Mit Gottes Gnade ist vieles möglich“

Gescher. „Sunny“ („sonnig“) ist sein Rufname, und diesem macht Pater Sebastian alle Ehre. Denn der 51-Jährige lässt sein sonniges Gemüt bei jeder neuen Begegnung mit seinen „Schäfchen“ durchblicken. Der Ordenspriester aus Indien verstärkt ab sofort das Seelsorger-Team der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius und St. Marien.

Samstag, 12.10.2019, 21:46 Uhr
Gescher: „Mit Gottes Gnade ist vieles möglich“
Pastor Hendrik Wenning (r.) freut sich, dass Pater Sebastian aus Indien das Seelsorger-Team in Gescher ab sofort verstärkt. Foto: Manuela Reher

Seine ersten Messen hat Pater Sebastian bereits in der Pankratiuskirche und in der Antonius-Kapelle gelesen und dabei schon die ersten Kontakte mit den Mitgliedern der Gemeinde geknüpft. „Die Menschen in Gescher sind sehr angenehm und offen“, sagt der Geistliche in sehr gutem Deutsch. Die Sprache hat er während der vergangenen zwei Jahre in der Liebfrauen-Gemeinde in Bocholt und zuvor im Borromäum in Münster gelernt.

Pater Sebastians Ordensgemeinschaft mit dem Namen „Verkünder der frohen Botschaft“ hat gute Kontakte zum Bistum Münster. Auf diese Weise ist der indische Geistliche ins Westmünsterland gekommen. Hendrik Wenning, Pfarrer von St. Pankratius und St. Marien, zeigt sich glücklich über den Neuzugang, denn Pater Cyril Stephen, ebenfalls ein Priester der Weltkirche aus Indien, ist bereits Ende März nach einjährigem Wirken in Gescher wieder verabschiedet worden. Pater Sebastian wird voraussichtlich drei Jahre in der Glockenstadt bleiben. Er freut sich schon sehr auf seine neue Aufgabe. Pfarrer Wenning hat er bereits vor drei Monaten kennengelernt, als er ihn hier in Gescher besucht hat.

Pater Sebastian ist am 27. April 1968 im kleinen Ort Ayamkudy im Bundesstaat Kerala in Südwesten von Indien geboren. Er hat zwei ältere Brüder und eine ältere Schwester. In seinem Heimatdorf gibt es drei katholische Kirchen. Direkt neben einem dieser Gotteshäuser stand das Elternhaus von Pater Sebastian. „In St. Theresa, meiner Heimatpfarre, bin ich Messdiener gewesen“, erzählt Pater Sebastian, der den Familiennamen Velamparampil trägt. Er schmunzelt bei dem Gedanken, dass indische Namen Europäern oft ungewöhnlich lang und kompliziert erscheinen. Deshalb macht er deutlich, dass ihm die Kurzform „Pater Sebastian“ sehr gut gefalle.

Am 28. Dezember 2001 ist er in seinem Heimatbistum Pala zum Priester geweiht worden. Unvergesslich ist für ihn das Zusammentreffen mit Papst Johannes Paul II., der Indien zwei Mal besucht hat: im Februar 1986 und im November 1999. Der Heilige Vater mit polnischen Wurzeln gilt in Indien als größte geistliche Leitfigur des zwanzigsten Jahrhunderts.

Pater Sebastian ist nicht das erste Mal in Europa. Er ist bereits drei Jahre lang in Turin in Italien als Priester tätig gewesen. Deshalb hat er auch die italienische Sprache erlernt. Und damit nicht genug. Der 51-Jährige beherrscht auch vier indische Sprachen und Englisch. „Mit Gottes Gnade ist vieles möglich“, sagt Pater Sebastian.

In seinem Heimatland würden sehr viel mehr Gläubige die Gottesdienste besuchen als in Deutschland, bedauert er. Auch viele junge Menschen würden dort in die Kirchen strömen. Der indische Geistliche hofft darauf, bei seiner Arbeit viele neue Eindrücke zu gewinnen und die Kultur noch besser kennenzulernen. Die Liturgie in seinem Heimatland sei ein wenig anders. Gottesdienste würden auch schon mal zwei Stunden dauern. Auch die hierarchischen Strukturen innerhalb der Kirche würden in Indien strenger gelebt als in Deutschland.

Die Messen in der Gemeinde St. Pankratius und St. Marien werden künftig die Pfarrer Hendrik Wenning, Jacob Vazhakunnathu, Karl Wensink und Pater Sebastian im Wechsel zelebrieren.

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