Gescher
„Jede Stadt muss eigene DNA finden“

Gescher. „Jede Stadt muss ihre eigene DNA finden“, sagte Henning Rehbaum, Mitglied des Landtags (MdL) und Sprecher der CDU-Landtagsfraktion NW, zum Thema „Nahversorgung und leere Innenstädte“ bei einem Besuch auf Einladung der CDU-Fraktion in Gescher.

Donnerstag, 17.10.2019, 09:24 Uhr
Gescher: „Jede Stadt muss eigene DNA finden“
Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (5.v.l.) und Bürgermeister Thomas Kerkhoff (3.v.l.) hat sich die CDU-Fraktion Gedanken darüber gemacht, wie einem Ladenleerstand in der Innenstadt begegnet werden kann. Foto: az

Eine attraktive Innenstadt sei ein Wirtschafts-, aber auch ein Standortfaktor. Alteingesessene Geschäfte seien in vielen Kommunen kaum konkurrenzfähig gegen Internet-Handel und große Discounter. Die Folge seien menschenleere Innenstädte und eine Spirale von Leerständen.

Man sei mit der Frage an die Besucher der City gestartet: Warum haben Sie die Innenstadt aufgesucht? Die Antworten seien unter anderem Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Wohnen, Essen und Trinken, Kultur und Tourismus gewesen. Das gestartete ISEK-Programm und die aktuellen Entwürfe möglicher Neubauten seien Teil einer Antwort.

„Nichts geht ohne Investoren und Eigentümer“, kommentierte Fraktionssprecher Egbert Kock.

Belebte Städte würden sich immer durch Aktivität auszeichnen. Öffentliche Räume (zum Beispiel die Außengastronomie, Kunstwerke, Mikro-Grünflächen oder auch kulturelle Veranstaltungen) und belebte Straßen seien Treffpunkte und würden Menschen zusammenbringen.

Die Attraktivität einer Innenstadt sinke, wenn es an Handels- und Erlebnisangeboten mangele.

Wenn in einer Stadt zum Beispiel ein Geschäft für Bastelbedarf, ein Blumenladen oder indisches Restaurant fehlen würden, so könne das sogenannte Crowdfunding ein interessanter Ansatz sein. Dabei ist eine Vielzahl von Personen Kapitalgeber. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung würden sich Projekte, Produkte und die Umsetzung von Geschäftsideen verwirklichen lassen.

Ein Lösungsansatz, Leerstände in der Innenstadt zu beseitigen und damit zu beleben, könne die zeitlich begrenzte mietfreie Nutzung leerstehender Ladenlokale durch berufsfremde Gründer, Hobby- und professionelle Bastler sein.

Lediglich Strom- und Wasserkosten würden anfallen. Nach einer „Testphase“ starte der Existenzgründer dann mit einem regulären Mietvertrag in die Selbstständigkeit.

Grundlage einer erfolgreichen Stadtentwicklung sei die funktionierende Kommunikation und Kooperation zwischen Bürgern, Verbänden, Handel und Wirtschaft, Initiativen, Kirchen und Verwaltung. Ideen, Austausch und Transparenz bei Entscheidungen seien Voraussetzung kommunalpolitischen Handelns.

Nachhaltigkeit und eine geordnete Entwicklung hätten mehrere Grundlagen, hieß es bei dem Rundgang durch die Glockenstadt: unter anderem eine gute Verkehrsinfrastruktur, hohe Wohn- und Lebensqualität und familienfreundliche Angebote.

Eine lebendige Innenstadt setze die Aufwertung von öffentlichen Plätzen voraus. SOS - Abkürzung für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit - würden dazugehören.

Fraktionssprecher Egbert Kock resümierte für die Entscheidungsträger der CDU: „Die Teilnahme am Workshop „Innenstadtentwicklung“ der CDU-Landtagsfraktion, der Besuch, der als positives Beispiel genannten Stadt Wassenberg und der Rundgang in Gescher mit dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum machen das Thema greifbarer.“

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