Gescher
„Umweltschutz fängt zu Hause an“

Gescher. Dass Plastik nicht in die Biotonne gehört, weiß doch jeder, sollte man meinen. Doch immer noch sei der Anteil von Störstoffen – insbesondere von Plastik – in der Biotonne zu hoch, wie Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW), betont. Also lautet der Appell an die Bevölkerung „Kein Plastik in die Biotonne!“.

Mittwoch, 23.10.2019, 14:24 Uhr
Gescher: „Umweltschutz fängt zu Hause an“
Freuen sich darüber, die Bevölkerung in einer Ausstellung zur Kampagne #wirfuerbio im Rathaus Gescher für die ordnungsgemäße Befüllung der Biotonne und damit für den Umweltschutz sensibilisieren zu können: (v.l.) Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland, Claudia Hisker (Abfallwirtschaft der Stadtverwaltung), Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Foto: Manuela Reher

Dahinter verbirgt sich die bundesweite Kampagne #wirfuerbio, der sich die EGW gemeinsam mit sechs weiteren kommunalen Abfallwirtschaftsgesellschaften aus dem Münsterland und Westfalen angeschlossen hat. Eigens zu dieser Kampagne ist eine Wanderausstellung entwickelt worden, die aktuell bis zum 31. Oktober im Rathaus Gescher zu sehen ist und dann in den 16 weiteren Kommunen des Kreises Borken auf Reisen geht.

Zu viele Störstoffe in der Biotonne seien natürlich nicht nur ein Problem im Kreis Borken, wie Peter Kleyboldt betont. Deutschlandweit würden die Bioabfallverwerter mit Sorge sehen, dass die Qualität des aus dem Bioabfall gewonnenen Komposts auf lange Sicht leide, wenn sich in diesem Bereich nichts ändere. Mit der Kampagne #wirfuerbio möchte die EGW die Bürger informieren und für eine möglichst störstofffreie Nutzung der Biotonne sensibilisieren. „Denn Plastiktüten, sogenannte ,kompostierbare’ Bioabfalltüten, Kaffeekapseln, Hundekotbeutel, Glas, Metalle und so weiter gehören nicht in den Bioabfall“, macht Kleyboldt deutlich.

Wenn Plastiktüten für die Sammlung von Bioabfällen benutzt würden, dann würden sie über die Biotonne ins EGW-Kompostwerk gelangen. Bei der Zerkleinerung der Bioabfälle im Kompostwerk würden auch die Plastiktüten zerrissen, und es bestehe die Gefahr, dass kleine Fetzen in den hochwertigen Kompost gelangen würden. Dies gelte auch für sogenannte „kompostierbare Plastiktüten“, die sich nicht innerhalb der zur Verfügung stehenden acht- bis zehnwöchigen Rottezeit zersetzen würden. Peter Kleyboldt betont: „Wir möchten mit unserem Kompost Nährstoffkreisläufe schließen und die immer knapper werdende Ressourcen auf unserer Erde schonen. Damit dies aber gelingt und wir unseren Kindern eine saubere Erde hinterlassen können, müssen Bioabfälle frei von Plastik und sonstigen Störstoffen sein. Nur so ist garantiert, dass unser Kompost sauber ist und die Felder und Gärten, die mit unserm Kompost gedüngt werden, sauber bleiben.“

Daher ziele die Kampagne auch auf Umwelt- und Klimaschutz ab, wie Bürgermeister Thomas Kerkhoff betont. Und der EGW-Geschäftsführer ergänzt: „„Umweltschutz fängt zu Hause an.“ Leider gebe es immer noch die Verweigerer oder Technikgläubigen. Aber die Trenntechnik ersetze niemals das konsequente Trennverhalten des Bürgers.

Claudia Hisker, in der Stadtverwaltung unter anderem zuständig für die Abfallwirtschaft, teilt mit, dass die Einwohner im Rathaus Papierbeutel für den Bioabfall erwerben können. 50 Stück kosten 2,50 Euro. Neben der Ausstellung seien Plakate und Aufkleber, die demnächst auf einem Teil der insgesamt 3631 Biotonnen in Gescher aufgebracht würden, wichtige Bausteine der Kampagne #wirfuerbio.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7017600?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker