Gescher
Statt Masse mehr Qualität

Gescher. Einig waren sich alle darin, dass das Spielplatzkonzept bald umgesetzt werden soll. Die Weichen dafür hat der Ausschuss für Generationen, Familie, Bildung, Kultur und Sport in seiner jüngsten Sitzung gestellt.

Freitag, 08.11.2019, 08:03 Uhr
Gescher: Statt Masse mehr Qualität
Zwei lange Rutschen sollen in Zukunft auch im Sommer für mehr Dynamik am Rodelberg sorgen. Das Unternehmen Kompan, das Spielplätze und Freizeitflächen ausstattet, hat diesen Vorschlag unterbreitet, um das Areal noch attraktiver zu machen. Montage: Kompan Foto: az

Für die Umsetzung sollen in den kommenden drei Jahren jährlich 250 000 Euro bereitgestellt werden, Zudem wird für einen Zeitraum von fünf Jahren der jährliche Unterhaltungsaufwand auf 50 000 Euro festgesetzt. Insgesamt ergibt sich daraus ein Maßnahme-Volumen von einer Million Euro.

Mittelfristig soll die Gesamtzahl der Spielplätze in Gescher und Hochmoor von 39 auf 20 reduziert werden. Bürgermeister Thomas Kerkhoff betonte, dass die Veräußerung eines Teils der Grundstücke nötig sei, um die Investitionen tätigen zu können. „Der Verkauf von bisherigen Spielflächen ist ein Teil der Wippe“, sagte er.

Werner Bönning (UWG) allerdings argumentierte, dass es wichtig sei, im Vorfeld zu wissen, welche Plätze aufgegeben und welche Flächen genau veräußert werden sollen. Diese Liste werde Anfang Dezember vorliegen, wie es von Seiten der Verwaltung hieß.

Johannes Schneider (SPD) schlug vor, die Nachbarschaften einzubinden, wenn ein Spielplatz aufgegeben werde. Man soll nicht sofort an die Vermarktung der dann entstandenen Freifläche denken. Im Übrigen seien aus seiner Sicht drei Bolzplätze für ganz Gescher zu wenig.

Kerstin Uphues, erste Beigeordnete, entgegnete, dass vor allem größere Flächen für die Vermarktung in Frage kommen würden.

Das Spielplatzkonzept sieht vor, die Kleinflächen unter 600 Quadratmetern deutlich zu reduzieren. Auch soll die Anzahl der zu wartenden Spielflächen und Spielgeräte vermindert werden, um laufende Kosten für deren Instandhaltung zu senken. Größere Spielflächen sollen attraktiver gestaltet werden. Das gilt vor allem für die Areale am Rodelberg, im Stadtpark und in der Neuen Mitte von Hochmoor.

Bernd Witte (CDU) kommentierte dazu: „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir bald mehr Qualität haben.“ Anne Hauling (FDP) warnte davor, gerade in neuen Wohngebieten auf Spielplätze zu verzichten. Im Südosten von Hochmoor solle es ihrer Meinung nach weiterhin ein Spielareal geben. Doch Jochen Inkmann (Stadt) betonte, dass dort jedes Kind in einem Umkreis von 300 Metern einen Spielplatz erreichen könne.

Sandra Macha (SPD) wünschte sich für das Berkeltal noch mehr Spielflächen. Doch Kerkhoff meinte, dass dort die Berkel bereits ein Stück weit erlebbarer gemacht worden sei. Gerade im Zuge des Berkelfestivals hätten die Menschen das Areal als Naherholungsgebiet wieder neu kennengelernt. Für die Ausstattung der drei neuen Spielplatz-Schwerpunkte präsentierte Thorsten Wretsch, Gebietsleiter des Spielgeräte-Herstellers Kompan aus Flensburg, verschiedene Lösungen. „Zum Rodelberg sollen noch mehr Tempo und Dynamik kommen“, sagte der Fachberater. So schlug er für dieses Gelände lange Rutschen und ein Spielschiff vor. Die Investition würde 110 000 Euro kosten. Für den Stadtpark kann sich Wretsch ein Spielgerät für Kleinkinder, ein Bewegungsgerät, eine Theater- und Fitnessbühne, einen Jugendtreff mit Hindernisparcours, einen Fitnessbereich, eine Multisport-Arena sowie Sitz- und Liegemöglichkeiten vorstellen. Die Kosten werden mit 127 000 Euro veranschlagt. Für die Neue Mitte in Hochmoor stellte der Fachberater ein Spielgerät für Kleinkinder vor. Dort würde die Investition 33 000 Euro betragen.

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